Weingeschichten

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Dieser obige Link führt zur Original-Spätlesereiterseite, auf der die ganze Comic-Geschichte über das Entstehen der Spätlese am Monitor gelesen werden kann

 

 

Würzburger Wein-Krimis von Günter Huth

Die skurrilen Kriminalfälle des Würzburger Weingenießers Erich Rottmann

 erschienen im Peter Hellmund Verlag, Würzburg

1) - Der Schoppenfetzer und die Silvanerleiche

2) - Der Schoppenfetzer und der Tod des Nachtwächters

3) - Der Schoppenfetzer und das Rotweingrab

4) - Der Schoppenfetzer und das Riesling-Attentat

5) - Der Schoppenfetzer und der Henkerswein

..... und in diesem 5. Band genießt Rottmann einen "fruchtig-herben Silvaner vom Weingut  May aus Retzstadt".

Sonderband (bei Echter, Würzburg erschienen):

*) - Der Schoppenfetzer und seine mörderische Weihnacht

..... hier beflügelt ein Retzstadter Schwarzriesling die skurrilen mörderischen Geschichten 


..... auch im 3. Band spielt Retzstadter Spätburgunder eine wichtige Rolle

..... auch in Band 4 werden Retzstadt, der "Langenberg" und der "Ratskeller" erwähnt

..... und Günter Huth wurde (vielleicht) angeregt durch den verkosteten Wein bei

      seiner Lesung im Herbst 2004 in der Bücherei Retzstadt

.... ist Günter Huth auch als Jäger in Retzstadt heimisch 

.... hier drei kleine Leseproben (alle Krimis enthalten noch viel Lokalkolorit Würzburgs!)

.... leider keine Weinprobe, die gibt es nur real und nicht im Internet!   (Reinhold Meurer)


.... und der Henkerswein

Elvira saß mit Erich Rottmann im Innenhof des Grafeneckarts, wo der Ratskellerwirt m historischem Ambiente auftischte. Rottmann genehmigte sich einen kleinen Imbiß in Form eines fränkischen Wurstsalats: Blutwurst und Weißgelegter mit Zwiebeln und Essiggurken, angemacht mit reichlich Weinessig. In der warmen Jahreszeit mit frischem Bauembrot ein echter Genuß. Dazu paßte der fruchtig-herbeSilvaner vom Weingut May aus Retzstadt. Leider konnte Rottmann das alles gar nicht so richtig genießen, weil Elvira mit ernster Miene auf ihn einsprach.

.... das Riesling-Attentat

"... und zwar mit der Bummelbahn nach Retzbach. Von dort aus machen wir eine schöne Wanderung nach Retzstadt. Die haben, soviel ich weiß, in den nächsten Tagen Weinfest. Dort trinken wir einen Schoppen Langenberg - oder auch zwei oder drei. Anschließend übernachten wir in der Jagdhütte eines Freundes und fahren am nächsten Tag nach einem ordentlichen Frühstück im dortigen Ratskeller mit der Bahn zurück nach Würzburg. Was hältst du davon?"


"Übernachten in einer Jaghütte?"
Rottmann nickte.

"Nur wir zwei?"
Wieder nickte Rottmann.
"Gut, einverstanden!" Elvira strahlte und dachte an gemütliche Doppelbetten in wilder Natur.


"Prima", gab Erich Rottmann zurück und dachte innerlich grinsend an die ungemütlichen, schmalen Stockbetten in der Hütte und die wilden Schnaken in der freien Natur.


Die Reiseberaterin meldete sich mit einem leisen Räuspern zu Wort. "Darf ich Ihnen dann wenigstens die Fahrkarten verkaufen?"
Erich Rottmann grinste sie verschmitzt an und nickte gnädig.


Öchsle lag zufrieden zu seinen Füßen und schlief. In seinem Traum war er sehr groß und stark, hatte Zähne wie ein Säbelzahntiger - und bewachte einen Berg Leberkäs.

 

.... das Rotweingrab

Der Schlag auf den Hinterkopf des Betrunkenen kam hart und für ihn völlig unerwartet. Wie von einem Hammer getroffen, brach der Mann zusammen und rührte sich nicht mehr. Er spürte nicht die rote Flüssigkeit, die ihm über Kopf und Nacken lief, seine Kleidung tränkte und sich mit dem Blut aus seiner klaffenden Kopfwunde vermischte.

Keuchend vom schnellen Laufen und vor Erregung stand der Angreifer über sein Opfer gebeugt. In der Hand hielt er die Überreste eines Bocksbeutels, der gerade eben noch mit tiefrotem Spätburgunder gefüllt gewesen war. Er hatte sich aus einer Weinkiste bedient, die neben dem Seiteneingang des Lokals aufgestapelt war. In der Nacht wirkten das Dunkelrot des Weins und des Blutes fast schwarz und waren nicht voneinander zu unterscheiden.

........    ...........

Er (der pensionierte Kommissar Rottmann) ging zu der Stelle, die Öchsle (den Hund des Kommissars) so fasziniert hatte, und bückte sich. Auf dem Schotterweg haftete eine angetrocknete Flüssigkeit. Rottmann führ mit dem Finger über den Boden. Die Fingerkuppe färbte sich rot. Prüfend hielt er sich den Finger vor die Nase. »Eindeutig Wein«, stellte er sachkundig fest. Er betrachtete die herumliegenden Scherben. Das Glas war dunkelbraun, wie bei Rotweinflaschen oft üblich. Der einzeln liegende Flaschenhals wirkte wie ein gezackter Dolch. Dort, wo sich das Etikett befand, hingen die Bruchteile fast vollständig zusammen.

Einen Retzstadter Spätburgunder, erkannte Rottmann.

»Ein schönes Tröpfchen«, murmelte Rottmann, während er mit einem herumliegenden Ästchen die Scherben ein wenig ordnete, so dass er die Schrift besser lesen konnte.

»Wie kann man nur so ein feines Weinchen auf den Boden fallen lassen.«

Erbost schüttelte er den Kopf.     ........

 

Das Weinjahr 2004
Vom Winzer Don Promillo und dem lieben Gott

Unsere Geschichte entstand in einem Weindorfmitten im fränkischen Weinland. Etwas abseits der Mainlinie in einem wunderschönen Seitental, eingebettet zwischen Wald, Wiesen und Weinbergen lag es: Der Weinort Retzstadt.


Es war ein besonderes Dorf, denn nicht nur wegen der reizvollen Landschaft machte man sich hier sesshaft, sondern auch wegen des Weines, den man auch über seine Grenzen hinaus zu schätzen wusste. Und wie der Wein, so waren auch die Menschen hier etwas besonderes. Für ihr liebstes Getränk aber, mussten Sie in ihren Weinbergen hart schuften und arbeiten. Es war nicht einfach, das flüssige Gold der Mutter Erde abzuringen. Man sah es ihnen an und vor allem schmeckte man es am Wein. Jene Charakterzüge, die sich aus den Gegebenheiten von Mensch und Natur in unverwechselbarer Weise im Weine spiegelten. Und dennoch waren sie stolz auf ihre irdischen Schätze, in guten wie auch in schlechten Zeiten.


Vor allem aber feierten sie gerne und lockten mit ihrem guten Wein viele Gäste in ihr Dorf. Aber es gab auch Sorgen, Ängste und Nöte die sie vor zu großen Höhenflügen bewahrten. Durch ihre Frömmigkeit kamen sie mit dem Herrgott immer wieder ins Gespräch. Sie wussten es und sie waren auch dankbar, dass ihr Wein auch immer ein Segen von oben war.

DP:       Am Anfang vom Jahr 2004 gäh i nei der Kreuzkapalle un brön a Kerzle a. Also herrgott, zuerst a mal herzlichen Dank für des Jahr 2003, es worn ja sehr, sehr guate öchsli, ower.......
G:         Was aber, bist du vielleicht nicht zufrieden, Don Promillo, freu dich doch lieber und sorge dich nicht.
DP:       Na ja, ower dar ganze Winter, dar ja keener wor, is ja viel zu trucke gewase, Herr, wenn des im Frühjahr sou weiter gäht, dann sen mer bald in der Wüste!
G:         Hättest Du lieber Hochwasser oder gar bitterste Kälte gewünscht? Lass das Wetter nur mal meine Sorge sein. Kümmert Euch lieber um Eure Umwelt und bewahrt meine Schöpfung.
DP:       I versöech doch schoa mein Beitrag zu leiste. Guck hare, i mach doch a wasserschonende Bodeabdeckung mit Stroah un hob a immer was blühends im Wengert für dei Käfer un Mückli.
G:         Don Promillo, siehst du, wie die Natur wieder erwacht und deine Reben prächtig austreiben. Denkst du dabei auch mal an mich? Zeig deine Freude und schau bei mir wieder einmal im Gottesdienst vorbei.
DP:       Als Winzer sen mir vo Haus aus gläubig, un i gläb ah, daß dia poor Kräuselmilweecke ken groaße Schade arichte.
G:          Ich will Dir nur zeigen, daß Du Dein Wissen und Können immer neu beweisen sollst. Don Promillo,Du kennst doch das Prinzip von Fressen und gefressen werden.
DP:       Apropos "Fressen", Hast Du des groaße Büffee beim Krönungsball gsahne? Harrgott nouamal, wor des a schöes Fest. I wor richti stoulz, wos bei uns für guate Weine wachse.
G:         Siehst du, Don Promillo, zum Leben gehört nicht nur die Arbeit, sondern auch das Feste feiern. Nun aber will ich deine Reben von oben mit Regen segnen.
DP:        Des wor gadli Herr. Es is ah allerhöachste Zeit worn, ower daß Du am 24. Mai nou a mal Bodefrost gschickt hast, is  schoa a weng arch. Gall Du wäßt nit wenn die Eisheiliche rüm sen?
G:          Ich will euch nur vor Übermut bewahren und schicke meine Eisheiligen nur in die Grenzlagen des Weinbaus, siehe B27 in Thüngersheim.
DP:       Rachtzeiti zum kalendarische Summerafang haste ja die Wengert zum Blühe gebracht. I sah. Du meensts widder rächt guat mit uns. Wenn i a annere Jahre denk, hätte se ja durchriesel könn, oder Heuwörmer hätte se frass könn. Wasser hömer jetz ächentli genuch, wos is dann mit Dein Summer, Herr, bist Du nou              da?
G:         Don Promillo, mir scheint du bist ein wenig vom letzten Sommer verwöhnt worden. Ich will nur nicht, dass deine Rebstöcke nicht noch einmal so leiden müssen. Geh nur sorgsam mit deinem Weinberg um und trage auch Du zu einem guten Jahrgang bei.
DP:       Ja Du säichst des sou leicht, ower dia Peronospora soll der Teifel houl.
G:         Na, na, na, lass den aus dem Spiel!
DP:       Ja Herr, is ja schoa guat, ower bei dan Säuwater lange nit a mal 14 Toch Sprötzabständ.
G:          Hab ich richtig gesehen? Du hast so manche schöne Traube weggeworfen, wo bleibt denn dein Gewissen der Schöpfung gegenüber?
DP:       Oh, wia soll i Dir des jetzt erklär? Du wäßt doch sicher ah,daß ein zu reicher Erntesache zum Verdarwe führt. Un  außerdam warn dia verbleibende Träuwel um sou bäiser. In der Bibel stäht doch: Du bist der Weinstock un mir sen Rebzweige, war ower am Weinstock bleibt bringt reiche Frucht.
G:          Ganz meine Worte, Don Promillo. Du hast mich schon verstanden. Nur guter Wein ist ein Segen für die Menschheit. Welche Erwartungen hast du für den neuen Jahrgang?
DP:       Herr, i ho alles gemacht, jetzt lichts nur nou a Dir. Gäh, sei sou guat un laß halt a mal die Sun raus, sust wor alles für die Katz. Na ja,es mueß ja nit sou en Moust wia letzs Jahr gah.
G:          Na also, Don Promillo; Deine Bescheidenheit ist sehr lobenswert. Jetzt geh nur auf das DJK-Weinfest und genieße deine Schätze. Und was das Wetter angeht, da möchte auch ich meinen Beitrag leisten.
DP:       Tatsächli, Ar hockt wirkli nit auf seiner Ohre. Dar Altweiwersummer reists nou a mal richti raus un treibt die Öchsli in die Träuwel nei.
G:          Siehst du, Don Promillo, die Natur gleicht sich immer wieder aus. Jetzt geh nur und rufe deine Helfer zusammen, denn die Zeit der Ernte ist nahe.
DP:       Nur a mal langsam, mir messe wart, bis die Bäier richti reif sen. wäßt wache dann guate Aroma. A weng Geduld ho i  schoa nou, mir zwä wolle doch nur äs bäiste.
G:          Dein Gottvertrauen ist ja bemerkenswert. Siehst du, Don Promillo, alles im Leben braucht seine Zeit. Dein Mühen und Hoffen wird mit einem guten Jahrgang 2004 sicherlich belohnt werden.
DP:        Der Herrgott soll Dei Räid stärk! Hoffentli merke des a die Weitrinker, sust wäß i nit wias weiter gäh soll.
G:          Aber Don Promillo, der wein wurde doch zur Freude des Menschen geschaffen und das soll auch in Zukunft so bleiben!
DP:        Jawoll Herr, sou Solls blei, dafür dank i dir nou a mal, mir san uns ja morche in der Kirch!


Bitte beachten: Texte, Bilder ... sind größtenteils dem Webmaster zugesandt worden, die Quelle ist in der Regel unbekannt. Sollten hiermit irgendwelche Rechte verletzt werden, so bitte ich um Benachrichtigung: Die entsprechenden Texte werden dann sofort entfernt bzw. mit Quellenangabe versehen. Danke!

-Letzte Aktualisierung: Sonntag, 02. März 2008 14:19 © Reinhold Meurer - IMPRESSUM -

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