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Verwaltungsgemeinschaft Zellingen


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Der kleine Dorfrundgang



Der Kleine Dorfrundgang
2 km, Start: am Rathaus
Retzstadt hat vieles zu bieten: Kirche, Kloster, Ka-
pelle, Rathaus, Brunnen, Fachwerkbauten...Aber
auch die heutige Zeit kommt nicht zu kurz: Infor-
mationen über Gemeinde, Feuerwehr, Schule oder
Vereine sind hier zu erhalten. - Tip: Besuchen Sie
die Sammlung Paul May (landw. Geräte und
Werkzeuge). Voranmeldung (09364/1724) erbeten!

 

Hinweis für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Kinderwagenfahrer

 gut geeignet, nach Kreuzkapelle (25) starker Anstieg, besser die Haupstr. bis zur Goldbrunnenstr., dann links in die Goldbrunnenstr. (weiter ab 29).

Nach 54 NICHT in die Kirchgasse abbiegen (Anstieg bis zur Kirche möglich, dann nur Treppe abwärts!, sondern auf der Hauptstr. zum Rathausplatz zurück






 

Geleitwort


Retzstadt hat sein Gesicht im zurückliegenden Jahrzehnt erheblich verändert. Durch intensive Recherchen wurden die Spuren der Vergangenheit herausgearbeitet, das Unverwechselbare hervorgeholt und die Zukunft beherzt angepackt. Unterstützt durch das Bayerische Dorferneuerungsprogramm, konnte eine Vielzahl von Straßen und Plätzen neu gestaltet werden. Retzstadts Bürger haben die Chancen dieses Erneuerungsprogramms genutzt und ihre Anwesen mit großem Engagement modernisiert und restauriert. Heute stellt sich Retzstadt dem Besucher als ein charmanter Weinort vor - voller baulicher Kleinode, eingebunden in ein bemerkenswertes historisches Erbe.
 
Der von Ihnen liegende "Dorfrundgang" führt den Besucher wie an einer Perlenkette von Highlight zu Highlight entlang vieler baulicher Kostbarkeiten. Die beim "Dorfrundgang" vorgestellten Objekte weisen dabei auf das ganz Besondere hin und lassen den Wandel einer ehemals von Landwirtschaft und Weinbau dominierten fränkischen Siedlung gut erkennen. Der "Dorfrundgang" vollendet damit das ineinandergreifende Konzept der Retzstadter Wege, den Besinnungsweg, den Planetenweg, den Weg der Lieder sowie den Weinwanderweg und führt die interessierten Besucher bewusst aus der reizvollen Umgebung auf die Lebensmitte der Retzstadter Bürger, das Dorf, zurück. 
Ich wünsche dem "Dorfrundgang" viele interessierte Besucher und den Bürgern damit zugleich als Dank für ihr großes Engagement in der Dorferneuerung die ihnen zu Recht gebührende Anerkennung. 
Würzburg, Februar 2003 

Rolf Richter

Präsident der Direktion für Ländliche Entwicklung Würzburg




Einleitung
 
"Der kleine Dorfrundgang"  soll allen Gästen und allen Retzstadtern in einem kleinen Spaziergang von einer guten Stunde die Schönheiten und Besonderheiten unseres Dorfes vor Augen führen. Manch Neues gibt es zu erfahren, manche Information mag auch bekannt sein: Menschen, Vereine, Bauten und Natur, Geschichte und Geschichten sind hier - aus Gründen der Kürze meist stichwortartig - dargestellt: Retzstadt zur Jahrtausendwende, in einer kleine Broschüre zusammengefasst, ein Begleiter auf dem "kleinen Gang rund ums Dorf".
Retzstadt, im Winter 2003
 
Reinhold Meurer 
 

 
Der kleine Dorfrundgang

 
Startpunkt des "Kleinen Dorfrundgangs" ist der in der Dorferneuerung neu gestaltete  
Rathausplatz:
 
1. Fachwerkhaus "von Hoeren", Traufseithaus mit einem mittelalterlichen Gewölbekeller, ehemals freistehend, massive meterstarke Außenmauern, Grundstein mit der Jahreszahl 1556, Fachwerk im Obergeschoss zeigt mittelalterliche OrnamenteGeschichte: vermutlich ursprünglich ein Verwaltungsgebäude (Zehntabgabestelle?), im 19. Jhdt. bis in die 60er Jahrer des 20. Jhdts. genutzt als Poststelle, Metzgerei und Gasthaus "Zum Löwen", heute im Besitz des Grafikers und Malers Lothar von Hoeren, der für die Sanierung des Anwesens 1999 die Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Denkmalpflege erhielt.




       
2. Pfarrhaus (Rathausplatz 2): Krüppelwalmdach, 18./19. Jhdt., Pfarrbüro, Wohnung der Eucharistiner-Patres
 
3. Rathaus: "gestelztes" Haus (= hoher Keller), vermutlich Erdgeschoss aus dem 18. Jhdt., oberer Stock 20. Jhdt. (große Fenster!), renoviert 1992, links davon das Haus "Sinder", heute zum Rathaus gehörig, typische Keller-Rundbogen, Krüppelwalmdach, "Kleinwinzerhaus", bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach stattfand 
4. Haus Züchner (Rathausplatz 6): Fachwerkgiebel 17. Jhdt.



5. Eucharistinerkloster (Rathausplatz 11): 1992 erbaut unter Verwendung eines  Fachwerkgiebels aus dem 18. Jahrhundert, ebenfalls Kellerbögen: ein schönes "Ensemble" mit Rathaus, Kirchentreppe und Kirche! Eucharistiner: Ordensgemeinschaft, vom heiligen Peter Julian Eymard 1856 gegründet, Eucharistie "Mitte und Ziel" des christlichen Lebens, seit 1986 in Retzstadt, zur Zeit 4 Patres   

Unterdorfstraße
 
6. Ehemaliger Bachlauf: Weth / Retz floss hier, daher die doppelte terrassierte Straßenführung, heute unterirdisch kanalisiert, kommt erst wieder am Festplatz ans Tageslicht
 
7. Haus "Semmler" (Unterdorfstr. 17): auch hier Kellerbogen mit Treppe, "Kleinwinzerhaus": Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach 
8. Feuerwehr-Gerätehaus: Freiwillige Feuerwehr Retzstadt, gegründet 1892, heute ca. 60 aktive Mitglieder, Ausrüstung: LF8 (Löschfahrzeug) mit THL (Spreizer und Schere) zur technischen Hilfeleistung, ein TSF (Mehrzweckfahrzeug). Das jetzige Feuerwehrhaus wurde errichtet 1979 - 1981.
 
9. Prozessionshäuschen "am Tannenbaum" mit Anbetung des Allerheiligsten durch die Engel, noch heute so genannt, weil dort früher ein Tannenbaum stand, heute: Kastanienbaum - dieser Platz wurde in der Dorferneuerung neu gestaltet 
10. Kindergarten, seit 1978 hier im vorderen Teil des Gebäudes, 3 Gruppen mit ca. 60 Kindern
- Proberaum der Retzstadter Trachtenkapelle (Blasmusik, ca. 25 Mitglieder) - Raum der Ortsgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes ( Ausbildung, Erste Hilfe, ca. 50 Mitglieder)
 
11. Schule, hinterer Teil des Gebäudes, wieder eigenständige Grundschule mit 4 Klassen, wurde im Jahr 2001/2002 renoviert und erweitert, zusammen mit dem (jetzigen) Kindergarten 1958 erbaut
 
Nach links, die Thüngersheimer Straße bergauf, kommt man nach ca. 1 km zum
 
12. Sportgelände der DJK: großer Sportverein, ca. 650 Mitglieder, Fußball, Tischtennis, Kegeln, Volleyball, Tennis, Gymnastik, Fitness-Weg, Freizeitanlage der "Heißen Socken" (Freizeitfußballer) 
13. Hinweis auf Weg nach Thüngersheim: Über das "Breitfeld" - mit 387 m ü.d.M. die höchste Erhebung des Maindreiecks, herrliche Fernsicht! - kann man den kleinen Modell-Flugplatz erreichen oder zur Thüngersheimer Blockhütte wandern, ein beliebtes Ausflugsziel mit einem schönen Grillplatz 
Am "Tannenbaum" wenden wir uns nach rechts und kommen in die
  
Stegstraße
 
14. Ehemalige Tankstelle (links) - Schmiede: Treffpunkt auch heute noch!
 
15. Festplatz, im Augenblick mehr Abstell- und Parkplatz, in der Dorferneuerung noch zur Gestaltung in den nächsten Jahren vorgesehen
 
Ortseingang
 
16. Kelter, im Rahmen der Dorferneuerung vom Weinbauverein (ca. 100 Mitglieder) 2001 errichtet, markiert den Beginn des Wanderweges "Wein und Natur", der retzabwärts bis zum Altenberg (Schutzhütte), dann über Scheckenberg, Langenberg zurück ins Dorf führt, Einweihung am 9.6.2001, Weinlagenwanderung alle 2 Jahre im Juni, auf vielen Stationstafeln wird Retzstadter Weinbau und Natur erläutert 


17. Bachlauf: , hier ehemals Teilung in Ober- und Unterbach zur Preisingsmühle, heute Biergarten "Zur Alten Mühle" (200 m talwärts) 
Noch zwei Blicke retzabwärts:
 
18. Mühlen - Retzlauf: Nach der Preisingsmühle gab es auf dem 5 km langen Lauf der Retz noch weitere 7 Mühlen, besonders erwähnenswert das leider seit 1960 nicht mehr vorhandene riesige Mühlrad der Römisch-Mühle (eines der größten Mühlräder Deutschlands!)
 
19. Kelterstation der GWF, rechts von der Straße nach Retzbach am Ortsende: Hier wird Wein für ca. 1 Mio. BB pro Lese angeliefert! In der "Saison" im Oktober stehen die Traktoren mit Hängern voll Trauben längs der Langenbergstraße zur Ablieferung an: Retzstadt zur Weinlesezeit ist ein Erlebnis! 
 
20. Besinnungsweg: Retzbach - Retzstadt - Rundweg, der Impulse geben soll für eine Besinnung auf die Werte des Daseins, Initiative von Eucharistiner-Pater Fritz Schaub, weit bekannt und viel begangen
Wir überqueren an der Bushaltestelle die Straße und kommen zur  
 
21. Die Kreuzkapelle ist erbaut auf einer viel älteren, zwei Meter tiefer liegenden Kapelle, die um 1250 errichtet wurde. 4 Hochwasser sind an Schlammschichten nachzuweisen, nach dem zweiten Hochwasser wurde die Kapelle um 1400 aufgelassen und zerfiel. Zwischen 1400 und 1470 wurde dann die Kapelle wie das sogenannte "Dörflein" durch einen Erdrutsch völlig zerstört. Der 1480 wieder neu errichtete Bau (Wappen des damaligen Fürstbischofs Rudolf II. von Scherenberg heute über dem Chorbogen) wurde wegen Baufälligkeit 1750 abgerissen und  1753 durch einen einfachen Bau mit eingezogenem Chor ersetzt. 1804 geschlossen, 1807 und 1830 wurden die Bitten der Retzstadter um Wiedereröffnung abgelehnt, im Krieg Übergabe der Glocken (siehe: "Gefährliche List"), vermutlich erst ab 1954 wurden hier wieder Gottesdienste gefeiert (bis 1963 monatlich ein Gottesdienst),  seither mehrfach renoviert, zwei neue Glocken wurden wieder beschafft.
Drei Besonderheiten  zeichnen die Kapelle aus:
- Die Pfarrgemeinde Retzstadt feiert das Patrozinium (Kirchweih) nicht am Festtag des Kirchenpatrons St. Andreas (letzter Sonntag des Kirchenjahres), sondern am Fest der Kreuzerhöhung (Sonntag nach dem 14. September), dem Patronat der Kreuzkapelle.
- An diesem Tag sowie an den Festtagen einiger Heiliger (siehe Inschrift in der Kapelle) können Ablässe gewonnen werden.
- Das kleine Glockentürmchen ist gekrönt von einem Papstkreuz. Der Grund konnte bisher nicht ermittelt werden.

22. Kapellennische mit Kreuzigungsgruppe, im Nischenbogen die Jahreszahl 1718, Krieger-Denkmal für die Vermissten und Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges
 
 
Ein Blick die Kapellenstraße hinauf:
 
23. Schützenhaus - Schützenverein, gegr. 1959, 120 Mitglieder, Luftgewehr-Schießen, überdachte Schießanlage (8 elektronische Zug-Stände 10 m), Weinfest am Schützenhaus meist 3. Sonntag im Juli (alle 2 Jahre)
 
24. Auf der Höhe des Langenbergs: alter Sportplatz - Schwarzkieferbestand - Freizeitanlage der FFL (Fußball-Freunde Langenberg) - Weinwanderweg-Stationen, besonders Rebsortenanpflanzung und "Naturkundliche Wand"  
Wir gehen nun nach rechts ansteigend zum
 
Dörfleinsweg
 
25. Dörfleinsweg: Name kommt von einer der ersten Ansiedlungen in Retzstadt (um 800), mehrfach gab es hier Überschwemmungen und Erdrutsche, letztmals ein großes Unwetter im Jahr 1992 - schöner Blick auf den Ort!
 
26. Fachwerkscheune Schmitt: 2. Hälfte 17. Jhdt. (daneben Bildstock, ehemals mit Kreuzigungsgruppe)
 
27. Hildegard-von-Bingen-Gärtlein: im Rahmen der Dorferneuerung angepflanzter Kräutergarten 
 
 
Goldbrunnenstraße
 
Aus dem Dörfleinsweg kommend gehen wir ein paar Schritte nach rechts, die Goldbrunnenstraße abwärts. Hier finden sich verschiedenste Haustypen unterschiedlichen Alters und in vielfältiger Bauweise bzw. Modernisierung.
 
28. Bildstock Goldbrunnenstr. 13: Prozessionsaltar mit Kreuzigungsrelief, Jahreszahl: 1777, seitlich St. Andreas und St. Urban

 
29. Anwesen Stark Goldbrunnenstr. 8: Satteldach, 17. Jhdt., Fachwerk unter Putz
 
30. Goldbrunnenstr. 5 (im Hof): 1690 erbaut, Satteldach (schön restauriert!)
 
Wir gehen wieder zurück, die Goldbrunnenstraße aufwärts
 
31. Backsteinhäuser Goldbrunnenstr. 11/14, 1907 erbaut, Krüppelwalmdach, Fenstergewände Sandstein
 
32. Gemeinde-Waage: noch heute benutzt für Vieh und Getreide
 
33. Fachwerkhaus Iff Goldbrunnenstr. 39: Satteldach, Fachwerk 2. Hälfte 17. Jhdt., Hoftor beschriftet mit der Jahreszahl 1709 (schön restauriert!)
 
34. Goldbrunnen, an neuer Stelle (alter Brunnen war verschüttet), 2000 im Rahmen der Dorferneuerung wieder errichtet
 
35. "Schlüpfere": Romantisches Eckchen .... 
36. Fachwerkhaus Warmuth Goldbrunnenstr. 42 : Halbwalmdach, beschriftet 1611, schönes Fachwerk-Eckhaus, ehemals "Krämerladen"  
 
Hauptstraße
 
Ein Blick die Hauptstraße aufwärts:
 
37. Altes Gemeindehaus, Anwesen Fuß (rechte Straßenseite)
 
38. Nach 200 m links führt der Weg nach Thüngen bzw. durch die Beetenstraße an der ehemaligen Jugendherberge vorbei zum Waldwanderweg
 
39. Am Buswendeplatz befindet sich die erste Station des "Wegs der Lieder"  Wir wenden uns nach rechts in die Hauptstraße: Viele Häuser stammen aus dem 19. Jhdt., meist modernisiert und verputzt.
 
40. Gasthaus "Zum Stern": auch "Riegel" nach der ehemaligen Besitzerfamilie genannt, fränkischer Gasthof mit Metzgerei, Saalbau, Gästezimmern, nach vielerlei Pächtern (deutsch, ital., griech.) im Augenblick leerstehend, im Kern 17. Jhdt (hintere Kellergewölbe), im Hof ehem. Zehntscheune, Toreinfahrt mit Wappenstein und Inschrifttafel: 1612 (oder 1613?) 
41. Anwesen Pfister: Altes Steinhaus, Hauptstr. 31
 

Dorfplatz, Wethstraße
 
42. Dorfplatz: früher war hier der Backofen, heute findet der Maibaum seinen Platz neben dem neuen Brunnen, der symbolisch ein Stück freifließender Retz darstellt
 
43. Alter Kindergarten, Wethstr. 2 : "Kulturhaus" der Pfarrgemeinde mit Bücherei, Krabbelstube und Theater (Vorstellungen der Theatergruppe meist nach Weihnachten) 
44. Wethstr.4: Satteldach, um 1890
 
45. Wethstr. 6 (Denkmal!): Satteldach, Fachwerk 17. oder 18. Jhdt.
 
46. Hinter Wethstr. 21: 3 Kleinhäuser aus dem 19. Jhdt.
 
47. Kahlquelle: links in das Gässchen, nach ca. 20m gefasste Quelle, wetterbedingt fließend
 
48. Kahlkreuz: hier führt ein Pfad steil bergauf zum Kahlkreuz, 1951 durch die Kolpingsfamilie aufgestellt, am Riesen, traditioneller Platz für Maiandachten und Johannisfeuer
 
49. Wethquelle (Wasserhäusle): Quellweiher der Weth, als Fischteich genutzt
 
50. Fachwerkhaus am Wethweiher
 
Ein Blick die Wethstraße hinaus:
 
51. Schüpfer-Haus: Es stand hier früher rechts hinter dem ortsbildprägenden Nußbaum (heute im Fränk. Freiland-Museum Bad Windsheim)
 
52. Nach 500 m an der Weggabelung links Bildstock der 14 Nothelfer, Wanderweg Steinbruch - Ochsengrund - Waldhaus Einsiedel - linker Hand die alten Lagen Eichenloch und Schloss (siehe Geschichte Retzstadts: Herren von Recestad)
 
53. Nach 500m an der Weggabelung rechts bergan durch die "Grün" nach Güntersleben, begleitet von den Tafeln des Planetenwegs, vorbei an den zwei Winkraftanlagen, die im Jahr 2001 auf der Steinhöhe (382 m ü.d.m.M.) errichtet wurden ( je 600 MW, 94 m Gesamthöhe, 70 m Nabenhöhe, Rotordurchmesser 44 m) ) - schöner Ausblick am Günterslebener Kreuz auf Spessart, Rhön und Gramschatzer Wald 
Wir gehen nun die Wethstraße wieder zurück und biegen nach Haus Nr. 22 nach links ab:
 
54. Landwirtschaftliches Museum Paul May: Geräte, Maschinen, Utensilien aus Haus und Hof, Werkstatt, Acker und Schule sind hier zu besichtigen, auszuprobieren ..... Sogar eine kleine Kapelle
ist in den Hof einbezogen, und eine richtige Kirchenglocke lädt durch ihr Geläut zum Besichtigen ein!
 
Wieder zurück in der Wethstraße, biegen wir in die nächste Gasse links ein:
 
Kirchgasse, Kirche
 
55. Kindergartenhof mit ehemaligem Jugendhaus, erbaut 1950: schöner, abgeschlossener Hof mit fast "Shakespear`scher" Bühne, Platz auch heute noch für Theater, Konzerte und Bierfeste 
56. Galerie MSP Leibmann, Kirchgasse 10 : Kleine Galerie mit fränkischen Motiven    
 
57. Kreuzweg, links zum Kirchberg ansteigend (kleiner Pfad neben dem Friedhof), erstellt von 1847 bis 1877, gestaltet vom Würzburger Bildhauer Ludwig Otto Müller nach Vorlagen des Münchner Professors Dr. Knabel (außer: 12. Station, Leichnam Jesu: Bildhauer Georg Müller, Heidingsfeld), die Stationshäuschen erbaut vom Arnsteiner Steinmetz Feser
 
58. Friedhof
 
59. Ehrenmal für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71, erbaut vom Veteranen- und Kriegerverein im Jahr 1910
 
60. Pfarrheim - ehemalige Schule, Rathausplatz 9 (Denkmal), um 1840 erbaut, im Obergeschoss: Landjugendheim: mit 160 Mitgliedern ist die LJ Retzstadt die größte Ortsgruppe der Diözese Würzburg und stellt viele Mitarbeiter in höheren Gremien (Kreisrunde, Diözeseanverband ...)
 
61. Pfarrkirche St. Andreas, Rathausplatz 7: Die erste Kirche Retzstadts stand am Hönig oder Roth, davon sind keine Spuren mehr zu finden.
Vom zweiten Kirchenbau sind heute noch 2 Bauteile vorhanden. Der Kirchturm und das "Romanische Portal" am Kirchenaufgang zeigen, dass dieses Gotteshaus früher tiefer lag.Die jetzige barocke Pfarrkirche wurde von 1726-1730 erbaut, im Inneren eine Barockausstattung auf Grundlage von Plänen Balthasar Neumanns: Das Kreuz in der Mitte des Hochaltars - erbaut von Schreinermeister Uhl aus Stetten - ist flankiert (von links nach rechts) von St. Michael, St. Petrus, St. Paulus und St. Georg. An den Seitenwänden des Chores sind zwei spätgotische Figuren angebracht (früher in der Kreuzkapelle): links St. Wolfgang mit Bischofsstab und Kirche, rechts der Winzerpatron Urban mit Weintraube und Papstkreuz. Das Gemälde an der linken Chorwand stellt die Kreuzerhöhung durch die hl. Helena dar, über dem Chorbogen prangt das Wappen des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, der zur Zeit des Kirchenbaus regierte (1729-1746).

Noch eine Besonderheit: Die Monstranz stammt nach neuesten Forschungen aus der Werkstatt des berühmten Augsburger Silberschmieds Caspar Xaver Stippeldey, gefertigt im Jahr 1793. 


                            

 Die Gemälde der Seitenaltäre, St. Sebastian und Mariä Verkündigung, sowie die Deckenbilder im Chor, St. Andreas umgeben von den vier Evangelisten, malte Sebastian Urlaub aus Thüngersheim. 
   
   
 





Noch hingewiesen sei auf die Rokokokanzel mit vier Evangelisten, eine Madonna mit Kind, eine Statue des hl. Andreas an den Wänden des Kirchenschiffs, eine von J. Spruß geschnitzte Holztafel zur Erinnerung an die Gemeindemission 1990 über dem Eingang zum Glockenturm, eine ungewöhnlich große Empore und die zweimanualige Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Weiß (Zellingen).
An der Außenfront über dem Hauptportal befindet sich in einer Nische eine Sandsteinfigur des hl. Andreas.
Kirchturm: vier- bzw. fünfgeschossig, romanische Bögen, 2. Hälfte des 12. Jhdts., 4 Glocken, die größte und älteste aus dem Jahr 1408 (oder 1708?) mit der Aufschrift "fleuch hagel und wind.das.helf.uns.maria.und.ihr.libes.kint". Die Bonifatius- und Andreas-Glocken stammen aus dem Jahr 1924, die Theresia-Glocke aus dem Jahr 1936. Die Töne: E Gis H cis ergeben das Motiv "Salve Regina" Zwei besondere "Läutesitten" gibt es in Retzstadt :- "Ausläuten": Nach dem Gottesdienst wird der Name des Verstorbenen verkündet, während der 3 Vater Unser läuten dann die Glocken in folgender Reihe: - für einen in Retzstadt Verstorbenen: 2. Glocke, gesamtes Geläut, - für einen Retzstadter, auswärts verstorben: 2. Glocke - gesamtes Geläut - nochmals 2. Glocke- doppelter Stundenschlag (s. Gedicht), damit die Bauern auf den weit entlegenen Feldern die Uhrzeit durch ein zweites Mitzählen zuverlässig bestimmen konnten.
 
62. Am Treppenaufgang zur Kirche:
- Kreuzschlepper, 1731



- Romanisches Portal: Ehemaliger Eingang zur zweiten Kirche, verziert mit Palmettenornamenten und phantastischen Tierfiguren, die zur Abwehr der bösen Geister dienen sollten.
 
Hier ist unser "Kleiner Dorfrundgang" zu Ende. Was jetzt noch fehlt, um Retzstadt richtig zu kennen?
Natürlich ein (oder mehr?) Schoppen vom "Retzstadter Langenberg"!
 
© Reinhold Meurer





Gemeinde Retzstadt
Rathausplatz 5 | 97282 Retzstadt | Tel.: 09364 80990 | retzstadt@gmx.de