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Verwaltungsgemeinschaft Zellingen


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Chronik von Retzbach


Ursprünglich zusammengestellt durch Pater Georg Höfling, erweitert durch Valentin Rosel und Sigrid Oestemer, aktualisiert durch Bernd Nebel.

Antike

keine Aufzeichnungen vorhanden


Mittelalter

815
27. März. Bischof Wolfger von Würzburg (810-832) hatte schon bald nach seinem Regierungsantritt sich das in seiner Diözese gelegene Fuldaer Klostergut zehntpflichtig zu machen versucht und dabei den energischen Widerstand des Abtes Ratgar von Fulda gefunden. Schließlich einigten sich sich die steitenden Parteien bei einer Zusammenkunft in Retzbach am 27. März 815 durch einen Kompromiß. Bei diesem wurde dem Fuldaer Kloster das Zehntrecht zugesprochen, u. a. auch im Kloster Holzkirchen einschließlich der gleichnamigen Ortschaft, sowie in den zu ihm gehörenden Dörfern Mühlhausen, Neubrunn, Helmstadt und Malbthrudesheim (Altertheim?). Erste urkundliche Erwähnung Retzbachs.

816
Zweite Versammlung in Retzbach am Main. Versöhnung der steitenden Parteien durch kaiserliche Legaten am 3. Mai. Kaiser Ludwig bestätigt und besiegelt mit Zustimmung der Fürsten die unter Vermittlung seiner Legaten Meginbold und Turand (nach anderen Quellen die Kammerräte Mainwol und Trauend) auf der zweiten Versammlung zu Retzbach wiederholte und erweiterte Vereinbarung.

876
wurden Cellingen, Retzibach, Tettelbach, Huntsfeld durch Pipin und Karlomanno dem Kloster Fulda übergeben. Abschrift der Urkunde auf Papier aus dem 15. Jahrhundert. Dazu ein Forschungsergebnis "Schannat hat eine Urkunde des Codex Eberhardi für echt gehalten, in der Ludwig der Deutsche dem Abte Sigehard von Fulda (868-891) den angeblich einst von seinen Vorfahren Pippin und Karlmann dem Fuldaer Kloster geschenkten Besitz der Ortschaften Zellingen, Retzbach, Dettelbach und Hundsfeld bestätigt."

948
vertauschte Otto der Große das königliche Gut in Retzbach an das Kloster Hersfeld.

1185
"Ein wunderliches Jahr". Ein sehr gelinder Winter, und im Januar des folgenden Jahres 1186 fingen die Bäume zu blühen an. Die Hühner und Waldvögel legten Eier und brüteten sie im Februar aus. Im Mai schnitt man das Getreide und Anfang August wurden die Trauben in den Weinbergen reif, so dass man die Weinlese begann. Es ist sehr viel und guter Most gewachsen.
Aber im nachfolgenden Jahr ereignete sich ganz das Gegenteil. Es herrschte so große Kälte, dass an Pfingsten mitten im Mai ein großer Schnee fiel und alle Früchte erfroren.

1202
ist nach der geschichtlichen Sage das Ursprungsjahr der Wallfahrt.

1219
erfroren bei der grimmigen Winterkälte um Würzburg und in ganz Franken alle Weinstöcke und verwelkten im darauf folgenden Sommer gänzlich, so dass sie ausgehauen werden mussten. Dadurch entstand eine sehr große Teuerung des Weines. Da Retzbach um diese Zeit schon Weinberge besaß, kann man sich vorstellen, wie schwer es getroffen wurde.

1275
begann in den ersten Tagen des Mai ein heftiger Regen, welcher den ganzen Sommer über bis zum Herbste währte. Dadurch stieg das Wasser zu einer seit Menschengedenken noch nicht erlebten Höhe. Alle Feldfrüchte verfaulten und verdarben. Der Wein jenes Jahres war der Säure wegen nicht trinkbar. Im Herbst brachen große Teuerung und Pest aus, welche Menschen und Vieh in zahlloser Menge hinwegrafften.

1312
brachte ungewöhnlich viel Regen und Unwetter. Überall traten Ströme und Bäche aus ihren Betten und überschwemmten die Fluren. Die Folgen dieses Missjahres waren eine große Teuerung und die furchtbarste Pest, welche seit langer Zeit gewütet.
Die Teuerung des folgenden Jahres wurde noch größer und die von der Pest verschonten Menschen wurden nun vom Hunger aufgerieben. Diese Jammerzeit währte noch lange. Aus Sizilien bezog man Getreide, eine vordem noch nie gehörte Erscheinung.

1317
wird die Zehnt Retzbach urkundlich erwähnt, als sie Graf Ludwig d. J. von Rieneck von Bischof Gottfried III. zum Lehen erhält.

1332
wuchs außerordentlich viel Wein, so dass man nicht genug Fässer auftreiben konnte, um ihn unterzubringen.

1336
am 7. Juni wurde die Pfarrei Retzbach durch Bischof Otto II. in eine Propstei umgewandelt und diese der Benediktinerabtei Neustadt am Main unterstellt.

1386
war der Herbst ausnehmend ergiebig. Man hatte nicht genug Fässer für den vielen Most. Im Sommer hatte ein Fuder Wein noch 18 bis 20 Gulden gekostet. Nach der Weinlese aber nur noch 1 Gulden.

1400
um dieses Jahr Gründung der Bruderschaft Maria Retzbach an der Wallfahrtskirche im Grünen Thale unter dem Titel "Mariae Geburt".

1415
Bischof Johann II. (von Brunn) zu Würzburg beschuldigte vor einer Versammlung von Grafen, Herren, Rittern und Knechten in Würzburg die Thüngens in gröblichster Weise... Eingeleitete Versöhnungsverhandlungen zerschlugen sich und Dietz der Alte sagte in der Folge im Jahre 1415 die Fehde an. Er fiel in Retzbach ein, plünderte es und führte einige Bauern gefangen hinweg. Hierbei hatte ihn Burggraf Johann von Nürnberg, der ebenfalls mit Würzburg in der Fehde lag, geholfen. Bischof Adolf von Mainz mischte sich in den Handel ein und brachte es dahin, dass ihm als Schiedsrichter die Sache überlassen wurde. Dietz der Alte hatte erst bedingungslos eingewilligt, dann aber einen Schiedsrichter nicht geistlichen Standes - Burggraf Friedrich von Nürnberg - verlangt und war mit seinem Verlangen durchgedrungen.

1416
am 24. Juni der Spruch von beiden in Kitzingen gefällt, verurteilte Dietz zur Herausgabe der abgenommenen Habe, Freigabe der Gefangenen gegen eine gewöhnliche Urfehde und Bezahlung eines Schadensersatzes von 200 Gulden an die Retzbacher innerhalb Monatsfrist. "Dafür hat sein Sohn Dietz der Jüngere und Fritz von Thüngen Bürge sein sollen." Dietz der Alte entsagte dann seiner Fehde förmlich am 8. Juli (Kiliani) 1416.

1426
geriet der Wein so gut, dass der Eimer um einen böhmischen Groschen verkauft wurde. Aus Mangel an Fässern wurde der alte Wein verschenkt oder ausgeschüttet. In kalten Lagen wurden die Weinstöcke gar nicht gelesen. Die Fässer standen in weit höherem Wert als der Wein selbst.

1448
war der Sommer so heiß und trocken, dass hin und wieder die Quellen versiegten. Dagegen wuchs Wein von hoher Güte und Stärke.

1459
Achtbrief des Kaisers Friedrich III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen der dem Jakob Haller von Nürnberg verweigerten Zahlung von 1176 Gulden.

1469
Extemporal-Achtbrief Kaiser Friedrichs III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen nicht bezahlter Schuld an den Jakob Haller von Nürnberg. Es ist nicht berichtet, ob Haller tatsächlich zu seinem Gelde kam.

1488
wurden die Privilegien der schon 1484 an der Pfarrkirche zu Retzbach bestehenden Nikolausvikarie festgelegt.


Neuzeit

1580
bestand hier schon eine Schule.

1586
am 22. Mai erhielt die Gemeinde ihr Wappen zum Gemeindesiegel von Fürstbischof Julius Echter verliehen.
Der Rathausneubau an der heutigen Unteren Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße wurde vollendet.

1601
erfolgte  die Erbauung des Langhauses der Wallfahrtskirche.

1619
am 21. September fuhr Kaiser Ferdinand II., der in Frankfurt gekrönt worden wahr, mit seiner Jacht aufwärts bis Zellingen. Von Dompropst Conrad Friedrich von Thüngen wurde er empfangen und im Namen des Bischof Johann Gottfried im fürstbischöflichen Jagdschloss bewirtet.
Die Reise nach Würzburg wurde dann auf der Landstraße rechts des Maines fortgesetzt. Der Bischof war dem Kaiser in Begleitung der Würzburger und Bamberger Ritterschaft, der Domherren und der Johanniter Ordensleute nachmittags 1 Uhr bis unterhalb Thüngersheim entgegenritten. Das war ein Zug von mehr als 800 Pferden und mehreren Hofwagen. Das Einholen des Kaisers geschah somit zwischen Thüngersheim und Retzbach, ein unvergessliches Erlebnis für alle Bewohner der Umgebung.

1633
am 30. März wurde Abt Georg Ehalt vom Benediktinerkloster Neustadt am Main der hier von 1597 bis 1619 Probst war, auf der Flucht vor den Schweden von diesen in Zellingen erschlagen.

1634
wurde Retzbach von einer Reiterschar geplündert.

1646 -1648
waren die schlimmsten Jahre für das Dorf und seine Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg.

1682, 1740 und 1744
waren riesige Hochwasser.

1697
am 15. Juli bildeten die Häcker des Dorfes eine Bruderschaft unter dem Namen "Urbanusbruderschaft" , von der die Urbanusprozession stammt.

1720
wurde der jetzige Pfarrhof erbaut.

1736 -1738
entstand die Pfarrkirche nach den Plänen des Barockbaumeisters Balthasar Neumann.

1784
kam am 1. März ein solches Hochwasser, dass die Erinnerung bis heute nicht erloschen ist. Das Wasser strömte die halbe Maingasse hinauf bis zum Haus der ehemaligen Bäckerei Pfister. Es erreichte eine Höhe von 6 1/2 Metern und kam mit solcher Gewalt, dass es alles mit sich riss, was es am Ufer erfassen konnte. Treibholz und Wellen rissen auch das am Main stehende Häuschen der Eltern des Pfarrers Franz Kraus von Pflochsbach (1780 - 1847) um, wobei die Eltern, der Chirurg Friedrich Kraus und Barbara, geborene Englert, den Tod fanden.
Nach der Überlieferung blieb ein Häuschen, das vom Mainufer abgeschwemmt wurde, am Krautgarten stehen. Sogar das Spinnrad fand sich darin vor.

1799
Anlegung der Benediktushöhe durch den Benediktinerpater Benedikt Arnold.

1803
Aufhebung der Benediktinerabtei Neustadt am Main durch die Säkularisation und damit Ende der hiesigen Propstei. Retzbach wurde eine königliche Pfarrei.

1824
wurde die Schule gebaut, für die damalige Zeit ein stattlicher Bau.

1837
gab Kaplan G. Höfling die Beschreibung des Marktfleckens Retzbach und der Wallfahrt "Maria im Grünenthale" heraus, ein Werk mit genauer urkundlicher Grundlage.

1845
am 8. Juni fuhr König Ludwig I. von Bayern zum erstenmal auf dem Dampfschiff mainabwärts und wurde von der ganzen Bevölkerung festlich begrüßt. Dieses Geschehen schildert die Schülerin Anna Theresia Heßdörfer 1845 in ihrem Schulheft: "Auf dem Kirchturm hing eine 18 Ellen lange Fahne. Kleine Boote, geschmückt mit Fichten und bayerischen Fahnen, und Kindern mit weißen Fahnen fuhren auf dem Main herum. Die gesamte Bevölkerung war an der Mainmauer versammelt. (die also schon damals vor der Errichtung der Eisenbahn bestand): Schüler, die Musik mit den Zunftmitgliedern, die Gemeindeverwaltung, Pfarrer, Kaplan und alle sonstigen Erwachsenen. Seine Majestät, der König, der um 2 Uhr kam, wurde mit Böllerschüssen, Musik und Hochrufen begrüßt; die Glocken läuteten zusammen und das Lied "Heil unserem König erscholl". Anschaulich schilderte das Mädchen auch das Hochwasser vom 1. Juni 1845.

1854
am Rosenkranzfest Einweihung und feierliche Eröffnung der Ludwig Westbahn.

1866
Ortsvorsteher Heßdörfer als Geisel auf dem Main unglücklicherweise erschossen. Cholera ausgebrochen.

1871
Gründung des Turnvereins.

1875
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Retzbach.

1883 - 1884
wurde die Zellinger Mainbrücke gebaut.
Durch den Abbruch mehrerer Häuser in der Maingassenfront entstand die heutige Brückenstraße.
Der Betrieb der Querfähre wurde eingestellt.

1889  
Ernennung des Pfarrers Johann Köberlein zum Ehrenbürger.

1893
Gründung des Vereins für Obst- und Gartenbau.

1898
Gründung der Getreideverkaufsgenossenschaft.

1899
Darlehnskasse, Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft treten der Zentralverkaufsgenossenschaft bei.

1909
großes Hochwasser. Mit Booten konnten man in den Hof des Löwenwirts fahren.

1911
Bau der Wasserleitung. Allmählich verschwanden die Ortsbrunnen.

1912
Auflösung der Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft.

1913
Gründung und Eintragung des Schwesternhaus- und Krankenpflegevereins ins Vereinsregister mit gleichzeitigem Beitritt zum Johannisverein.

1914 -1918
fordert der 1. Weltkrieg 41 Opfer von der Gemeinde.

1920
wurde die dritte Schulstelle errichtet, Gründungsjahr der Frankonia und des Männergesangvereins.

1921
am 14. August wurde die Versorgung mit elektrischem Strom in Betrieb genommen.

1927
im März gründet sich der Fußballclub Retzbach.

1929
der Radfahrverein "Wanderer" gründet sich.

1932
große Arbeitslosigkeit.

1933
Gleichschaltung aller Vereine, des Gemeinderates, Bildung von Nationalsozialistischen Organisationen wie Volkswohlfahrt, Winterhilfswerk, Arbeitsfront, Reichsnährstand, Hitlerjugend und Jungvolk, Frauenschaft, Aufstellung von Funktionären oder politischen Leitern, Förderung der Familiengründung durch Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Retzbach gehörte als Zelle zur Ortsgruppe Zellingen.

1936
Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Entschuldung verschiedener landwirtschaftlicher Anwesen. Beginn des Mainausbaus und Errichtung der Staustufe Himmelstadt. Die Gemeinde Retzbach trat 7 ha Wiesen ab und verlor ihr Weidegelände.

1939
Mainaufstauung durch die Schleusen Erlabrunn und Himmelstadt.

1939 -1945
fordert der 2. Weltkrieg 51 Todesopfer und 37 an Vermissten aus der Gemeinde, 17 Opfer stammen aus dem Kreis der Heimatvertriebenen und Evakuierten.

1945
lag Retzbach vom 1. bis 8. April im Kampfgebiet der Schutzstaffel (SS) auf den Retzbacher und der Amerikaner auf den Zellinger Höhen. Dabei kamen 3 Zivilpersonen und ein französischer Kriegsgefangener ums Leben, zahlreiche Häuser Retzbachs gingen in Flammen auf.
Beim Einrücken der Amerikaner wurden alle NS-Verbände aufgelöst, auch der Gemeinderat. Vinzenz Gehrig wurde von den Amerikanern mit der Führung der Gemeinde beauftragt. Sämtliche Beamte, soweit sie Mitglieder der NSDAP waren, wurden entlassen. Dass sie nicht wie in den meisten Orten von den Amerikanern interniert wurden, ist allein Vinzenz Gehrig zu verdanken, der sich mit Energie dagegen wehrte.
Ein amerikanischer Panzer beschädigte das Sandtor so stark, dass man es abriss. Damit verschwand das letzte Retzbacher Tor.

1947
kam große Erbitterung ins Dorf durch die sogenannte Entnazifizierung.

1948
wurden die 4. und 5. Schulstelle errichtet.
Verlust großer Vermögen durch die Währungsreform. Zehntausende Mark die durch den Schwarzhandel mit Vieh, Wein, Lebensmitteln aller Art, zusammengebracht waren, verloren am 21. Juni völlig ihren Wert, da sie dem Finanzamt weder gemeldet noch versteuert worden waren. Um sich vor Strafen wegen Steuerhinterziehung zu sichern, verbrannten viele Besitzer ihr Geld. Am Währungstag hatten alle Personen gleichviel Geld, ob groß oder klein, arm oder reich, jeder 60,-- DM. Waren vor der Reform die Läden leer, so gab es am nächsten Tag alles zu kaufen, und das neue Geld wechselte schnell den Besitzer. Die gehorteten Waren erbrachten Währungsgewinne. Die Altsparer aber verarmten völlig.
Gründungsjahr des Kolpingvereins und des TSV 1871 aus dem TV 1871 und des FC 1927.
Ernennung des Pfarrers Hermann Josef Klug zum Ehrenbürger.

1950

am 6. August läuten zum erstenmal die neuen Glocken.

1952
Erweiterung der Wasserleitung, Anlage eines Hochbehälters auf dem Hauenberg.

1953
trockener Sommer und Herbst. Wein von einer hervorragenden Güte.

1954
Kanalisierung von Mainstraße und Sandhof. Pflasterung und Gasversorgung der kanalisierten Ortsteile. Die Elektrifizierung der Eisenbahn begann genau 100 Jahre nach ihrer Eröffnung.
Am 26. September sah Retzbach während der Manöver der amerikanischen Truppen die ersten 2 Atomkanonen. In dem nassen Jahr konnte die Ernte nur mit Mühe geborgen werden und die Früchte neigen sehr zur Fäulnis. Der Wein ist sauer.
Ende September wurde die Kugel am Kirchturmkreuz geöffnet, da sie 1945 von Granatsplittern durchsiebt und die Einlagen beschädigt waren. Zu den alten Urkunden in der verlöteten Blechhülse, die von 1846 und 1936 stammten, wurde eine neue gelegt mit der Schilderung der jetzigen Verhältnisse, zusammen gestellt von Valentin Rosel. Am 11. November wurde die Kugel verschlossen und wieder auf den Turm gebracht.
Am 14. November wurde die neue Kriegsgedächtnisstätte ihrer Bestimmung übergeben.

1955
Baujahr Schulhausbau. Erstellung vieler Privathäuser. Neuer Ortsbebauungsplan. 1 qm Baugelände kostet ca. 4,-- DM. Veröffentlichung der Ortschronik von Valentin Rosel, einer Fleißarbeit die auf wissenschaftlicher Quellenforschung basiert und in fast allen Retzbacher Haushalten vorzufinden ist. Die Zeittafel bis hierher ist größtenteils aus ihr entnommen.

1956
Gründung des Spielmannszuges als Abteilung des TSV.

1958
Ernennung des Hauptlehrers und Herausgebers der Ortsgeschichte Valentin Rosel zum Ehrenbürger.

1959
Gründungsjahr des Kleintierzuchtvereins.

1962
im März Gründung des Fischervereines.

1963
Außenrenovierung der Pfarrkirche.

1964
im April Baubeginn der Kar7 nach Retzstadt.

1965
Beginn der Weinbergsbereinigung "Berg".

1966
Verabschiedung des Ehrenbürgers und Ortspfarrers H. H. Hermann Klug; sein Nachfolger wird H. H. Pfarrer Ludwig Seitzer.

1967
Einsturz des Langhauses der Wallfahrtskapelle, Beginn des Wiederaufbaus und Erweiterung des Langhauses.

1968
Einweihung der Zentralschule (Laurentiusschule), heute wird sie als Grundschule genutzt.

1969
am 1. Juli Auflösung der katholischen Bekenntnisschule und Errichtung der Volksschule (Verbandsschule) Retzbach-Zellingen sowie Gründung des Schulverbandes.

1970
Bau des Feuerwehrgerätehauses am Grubenweg. Baubeginn der Fischteiche an der Retz.

1971
im Januar Schließung des Gasthauses "Zum Ochsen"; Beginn der Weinbergsbereinigung "Dietal". Beschluss zum Beitritt eines Abwasserzweckverbandes mit Zellingen, Retzbach, Unter- und Oberleinach.

1973
im Frühjahr Schließung des Gasthauses "Zur Sonne".

1974
am 16. Juni 1974 wird Pfarrer Gerold Postler Nachfolger des im gleichen Jahr verstorbenen Pfarrers Ludwig Seitzer; am 22. Dezember Gründung des RCC; Faschingsumzüge gab es aber schon vereinzelt vor dem 2. Weltkrieg.

1975
Renovierung des Daches der Pfarrkirche mit Ausbesserungsarbeiten am Gebälk, das beim Beschuss 1945 beschädigt wurde.
Am 1. Januar Eingemeindung und Bildung des Marktes Zellingen, das Retzbacher Rathaus verlor seine Zweckbestimmung.
Bildung eines Schulverbandes mit Zellingen, Retzstadt und Himmelstadt. Am 11. Oktober wurde die neue Hauptschule des Schulverbandes Retzbach-Zellingen in Zellingen offiziell eingeweiht.

1976
Renovierung des Turmes der Pfarrkirche durch die Gemeinde, die hierfür die Baulast anerkannt hatte. Am 22. September Anschluß an die Fernwasserversorgung.

1977
Weinbergsbereinigung "Klessberg"; Fertigstellung des großen Fischteiches an der Retz durch den Fischerverein und Erstellung der Außenanlagen; Entfernung der Pflastersteine auf der Ortsdurchfahrt der B27 und Teerung der Straße; am 14. Juli wird die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes "Zellinger Becken" fertiggestellt.

1978
Weinbergsbereinigung "Rieder"; am 10 April Gründung der "Blasmusikfreunde Retzbach Zellingen"; am 1. Mai wird Duttenbrunn eingemeindet; am 9. September Abschluß einer erneuten Renovierung der Pfarrkirche durch die Altarweihe; Fertigstellung der Retzbegradigung. Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen zusammen mit Himmelstadt, Retzstadt und dem Markt Thüngen.
 
1979
wird der neugebaute Kindergarten mit 3 Gruppen eingeweiht; die Arbeitnehmerbildungsstätte auf dem ehemaligen Gelände des Hotels und Tanzlokals "Benediktushöhe" wird errichtet. Stellung eines 1. Antrags auf Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm.
Am 1. April Gründung des Winzer- und Weinbauvereins; im Oktober wird der Spielmannszug ein eigenständiger Verein.

1980
Eröffnung des Winzerkellers.

1981

lässt sich am 4. Mai der praktische Arzt Herbert Schär nieder. Errichtung der Arbeitnehmerbildungsstätte "Benediktushöhe" durch die katholische Kirche. MGR Peter Keller wird Mitglied des Bundestages. Neues Wappen.

1982
Partnerschaft mit der nordfranzösischen Gemeinde Louvigny.

1984
eröffnet der Zahnarzt Dr. Wolfgang Henke im Januar seine Praxis.
10 Jahre Partnerschaft mit der Gemeinde Tiefenbach. 

1985
am 30. Juni hat Retzbach 2078 Einwohner;
Im Sommer findet das Brückenfest zum 100-jährigen Bestehen der Brücke statt.
Am 5. November wird die Planfeststellung für die Ortsumgehung der B27 eingeleitet.

1986
im Januar ist seit vielen Jahren der Main wieder einmal zugefroren, es herrschen Temperaturen um 25 Grad unter Null. Die Anwohner gehen auf dem Main spazieren, obwohl es verboten ist, und die Jugend fährt mit Mopeds und Fahrrädern auf dem Eis herum.
Am 15. Juni fährt seit Jahrzehnten wieder einmal ein Floß mainabwärts. Die Bevölkerung nimmt großen Anteil an dem Schauspiel, doch die gute alte Flößerstimmung kommt nicht so recht auf: die geringe Strömung des Mains, bedingt durch die Stauhaltungen, hätte das Floß nicht schnell genug vorangebracht, so wird es durch ein schweres Motorboot vorbeigeschoben.
Das ehemalige Gelände des Bims- und Betonsteinwerkes soll in einen Festplatz umgestaltet werden, im Herbst werden die ersten Bäume gepflanzt.
Am 1. Dezember wird das Abschlussverfahren der letzten Flurbereinigung beendet.


1987
Errichtung eines Sportheimes durch den TSV Retzbach. Nachdem ein Rasenspielfeld, ein Bolzplatz, ein Spielplatz und zwei Tennisplätze gebaut waren, hat der TSV seinem Sportgelände mit der Errichtung eines Sportheimes den krönenden Abschluss gesetzt.

1988
Dorferneuerung Retzbach beginnt. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, welche die Gestaltung des Weinortes Retzbach zusammen mit dem Träger, der Direktion für Ländliche Entwicklung, dem beauftragten Architekten Herbert Haas und dem Marktgemeinderat Zellingen besprechen.
Die Deutsche Bahn AG schließt den Fahrkartenschalter am Bahnhof Retzbach-Zellingen
Baubeginn der Ortsumgehung. Die Gesamtmaßnahme ist 3,15 Km lang. Geplant sind Kosten von 35,6 Millionen DM.

1990
Baubeginn Umgehungsstraße B27.
Die Überlandwerke Unterfranken AG verlegen ein Breitbandkabelnetz im Ortsbereich für die Deutsche Telekom, welche in dicht besiedelten Bereichen die Errichtung von Kabelnetzen vornimmt. Dadurch ist im Bereich des Marktes eine private Finanzierung notwendig geworden.
In Würzburg findet die Landesgartenschau statt. Die Retzbacher Ortsvereine beteiligen sich am 18.8. mit einem bunten Programm.

1991
Ein mustergültiger Spielplatz wird im Baugebiet "Sandleite-Stüblein" eingeweiht.
Die örtliche Raiffeisenbank Retzbach fusioniert mit der Raiffeisenbank Karlstadt.

1993
Viktoria Heßdörfer wird zur Fränkischen Weinkönigin gewählt.
Der Dorferneuerungsplan wird festgestellt. 500 Einzelberatungen haben stattgefunden. Aus den Arbeitskreisen werden Vorschläge für 200 Einzelmaßnahmen getätigt.
Wegen fehlender Finanzmittel stoppt der Bau der Umgehungsstraße. Erst nach Protesten der örtlichen Bevölkerung werden von den zuständigen Stellen weitere Mittel bewilligt.

1994
Der Kindergarten St. Laurentius wird um eine Gruppe mit 25 Kindern erweitert.
An der B 27 werden landwirtschaftliche Maschinenhallen geplant.
Am 1. März wird der Bahnübergang Retzbach-Zellingen aufgegeben. Dies wird möglich durch die fertig gestellte neue Mainbrücke, welche als Bestandteil der B 27/Umgehung Retzbach errichtet wurde.

1995
Das im Besitz der Überlandwerke Unterfranken AG befindliche Stromversorgungsnetz Retzbach wird von den Gemeindewerken Zellingen übernommen. Damit betreibt der Markt Zellingen die Stromversorgung in Zellingen und Retzbach wieder selbständig.

1996
Bauende der Ortsumgehung B 27/Retzbach. In Anwesenheit von Staatssekretär Sauter wird die Straße für den Verkehr freigegeben. Für die Bevölkerung findet ein großes Fest statt. Insgesamt hat die Maßnahme 56 Mill. DM gekostet. Hierzu war die Verlegung der Staatsstraße 2299 und die Verlegung der B 27 erforderlich. Der Grund für den hohen Aufwand bestand u. a. aus dem Bau der 15 Brücken und einiger Stützmauern, allein die neue Mainbrücke nach Zellingen kostete 25,5 Mill. DM. Die Gesamtkosten teilten sich der Bund mit 34,1 Mill. DM, die Deutsche Bahn AG wegen der Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge mit 10 Mill. DM, der Freistaat Bayern mit 10,5 Mill. DM und der Markt Zellingen mit 200.000 DM.
Das Kunstwerk mit dem Thema Skulpturverbindung, welches am Ortausgang mit 12,8 m Höhe errichtet wurde ist als Kunst am Bau der Gesamtmaßnahme aufgestellt worden. Die Skulptur ging aus einem im Jahre 1994 durchgeführten Wettbewerb als Sieger hervor. Der aus Karlstadt stammende Bildhauer Ovis entwarf die Skulptur als Wegmarke. Die drei Bogensegmente haben das Profil eines Schiffrumpfs, Bogen und Profilspitze zeigen zur neuen Mainbrücke. Das untere Bogensegment symbolisiert die Tradition, die oberen Segmente stehen für das Heute. Als optisches Gegengewicht zur länglichen Skulptur wurde ein massiver Betonsockel errichtet.
Leserbriefe aus der Main-Post vom 27.10.1994 zeigen die unterschiedlichen Reaktionen der Bevölkerung.

1997
Der Marktgemeinderat beschließt die Erweiterung des Friedhofes Retzbach.
Einweihung des Radweges nach Retzstadt

1998
Beginn der Sanierungsarbeiten am historischen Rathaus.
Vergabe der Bauarbeiten für den Rückbau der Unteren Hauptstraße.
Eröffnung des Radweges nach Thüngersheim.
50jähriges Jubiläum Kolpingfamilie Retzbach.
Baubeginn Park & Rideplatz am Bahnhof.
Erste große Erfolge des Modernen Spielmanns- und Fanfarenzugs Retzbach. In den Folgejahren verzeichnet der Verein weitere herausragende Platzierungen und Meisterschaften bei Bayerischen-, Deutschen- und auch bei internationalen Begegnungen.

1999
Fertigstellung der Ausbaumaßnahme Untere- und Obere Hauptstraße.
Einweihung des Pfarr-, Jugend- und Wallfahrerheimes.

2000
Musikkapelle Frankonia feiert 80jähriges Bestehen.

2001
Übergabe des historischen Rathauses nach der Sanierung, Einrichtung als Trausaal des Standesamtes Markt Zellingen.
Änderung der Einfahrt von der Unteren Hauptstraße zur B 27.

2003
30 Jahre Kläranlage des Zweckverbandes Abwasserbeseitigung in Retzbach.

2004
Feldgeschworenentag des Altlandkreises Karlstadt in Retzbach.
Fertigstellung des restaurierten Kreuzwegs.

2005
Frau Sophie Rothaug wird neue Rektorin der Grundschule Zellingen/Retzbach. Vorgänger Herr Bruno Fries wechselt ins Schulamt Karlstadt.
Die Engstelle Bergstraße/Benediktushöhe wird durch Abbruch eines Anwesens und Verbreiterung der Einmündungskurve beseitigt.

2006
Die alte Mainbrücke nach Zellingen wird gesperrt.

2007
Fertigstellung des Kreisverkehrs an der Einmündung Obere Hauptstraße/Karlstadter Straße in die St. 2437.

2009
Auf die Kläranlage des Zweckverbandes Abwasserbeseitigung wird eine 450 qm große Solaranlage installiert.

2010
Herr Norbert Krieger wird für 70 Jahre Orgelspiel geehrt.

2011
Ausbau einer zweiten Abbiegespur an der B 27 Richtung Karlstadt (Penny-Markt).

2012
Vorplanungen zur 1200-Jahrfeier.
Sperrung des Wirtschaftsweges nach Thüngersheim wegen Steinschlaggefahr.
Errichtung eines Faulturmes und Einbau eines Klärgasstrom-Kraftwerkes (BHKW).

2013
Alexander Hoffmann wird Mitglied im Deutschen Bundestag.
Spielplatz am Hauenweg wird erneuert.
100-Jahre Johannes-Zweig-Verein.
Baubeginn Gesundheitsgarten.
Einweihung des Weingutes Pröstler.
25 Jahre Weltladen.
120 Jahre Obst- und Gartenbauverein.
Planung zur Sanierung des Feuerwehrhauses.

2014
Einweihung einer neuen Anlage des Abwasserzweckverbandes.
Die neuerbaute Turnhalle erhält den Namen "Bernhard-Hock-Halle".
Große Sternwallfahrt mit Pilgern aus ganz Bayern.
Übergabe des Gesundheitsgartens.
Biergarten "das Retz" eröffnet.
Bieberfamilie im Retzbach.
Nach einer Straßensperrung werden die Sicherungsarbeiten an der Benediktuswand abgeschlossen.

2015
Start zum Jubiläum "1200 Jahre Retzbach". Zahlreiche hervorragende Veranstaltungen, über das ganze Jahr verteilt, folgen und geben Zeugnis vom beispielhaften Engagement der Bürger.
Nach 30jährigem Wirken Verabschiedung von Diakon Reinhard Döll.
Drei Bayerische Meistertitel für den Spielmanns- und Fanfarenzug.
275 Jahre Pfarrkirche St. Laurentius.
Vorstellung neues Baugebiet "Klinge".
75 Jahre Organist, Norbert Krieger.
Monsignore Gerold Postler wird zum Ehrenbürger des Marktes ernannt.

2016
David Vorraber, einer der besten Jung-Komponisten Deutschlands.
Nach Renovierung Wiedereröffnung der Sparkassen-Geschäftsstelle.
Zum dritten Mal in Folge holt sich Rolf Markert vom TSV den Titel in der Konkurrenz 70+ bei den Deutschen Ski- und Tennismeisterschaften.
Jubiläum, 60 Jahre Moderner Spielmanns- und Fanfarenzug.
Jubiläum, 140 Jahre Feuerwehr.
Schließung Musikhaus Thomann.
Silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Karl Feser.
Deutsche Meisterschaft des Modernen Spielmanns- und Fanfarenzugs bei der Bühnenwertung.
Planung für ein neues Feuerwehrhaus.
Nach Straßensanierung wieder freie Fahrt zwischen Retzbach und Thüngersheim.

2017
Verabschiedung des Vorsitzenden Peter Keller vom Trägerverein "Arbeitnehmerbildung Benediktushöhe Retzbach".
Goldenes Priesterjubiläum feiert Pfarrer Gerold Postler.
Der 53. Bayerische Meistertitel für den Spielmanns- und Fanfarenzug.
Vorstellung der Lärmschutzmaßnahmen der Bahn.
Planung Hubschrauber- Start- und Landeplatz.
Planung für Neubau des Kindergartens.
Nach 43 Jahren in der Seelsorge wird Monsignore Gerold Postler in den Ruhestand verabschiedet.
Verabschiedung der Kindergartenleiterin Erika Gath, die seit 1978 den Kindergarten prägte.
Vorstellung des neuen Pastoralteams der Pfarreiengemeinschaft Retztal.




Gemeinde Retzstadt
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