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FAIRTRADE in Retzstadt



AKTUELLES

Themenrundgang "Fairer Handel global und regional"

stieß auf großes Interesse
Rund 70 Interessierte machten sich unter dem Motto "Fairer Handel global und regional" auf den Weg, um sich mit den Problemen und Lösungsstrategien der Lebensmittelerzeuger weltweit auseinanderzusetzen.
Im Rahmen der Fairen Woche hatte die Steuerungsgruppe der Fairtrade Gemeinde Retzstadt und die örtliche Eine-Weltgruppe zum Ortsrundgang eingeladen. Bürgermeister Karl Gerhard und Weinprinzessin Lena Müller freuten sich bei ihren Begrüßungsworten über das große Interesse am Themenbereich des "Fairen Handels" und betonten die Wichtigkeit sowohl hier vor Ort als auch weltweit.
An der ersten Station, dem GWF-Weinstüble von Familie Sabine und Wolfgang Pfister, lag der Schwerpunkt auf dem regionalen Weinbau. Uwe Pfister und Reinhold Full stellten als Vertreter der Winzer die regionale Wertschöpfung in den Vordergrund. Mit dem Zusammenschluss von über 2000 Winzerfamilien in der Winzergemeinschaft Franken (GWF) gelingt es, ein erstklassiges regionales Produkt auch ortsnah auszubauen und zu vermarkten, sodass ein Großteil der Wertschöpfung in der Region bleibt und diese stärkt und zukunftssicher macht. Fairtrade Schokolade oder im Ort hergestellte Cantuccini zum heimischen Secco bewiesen den Zuhörern dabei, dass regional und fair sehr gut zusammenpassen und sich ergänzen. Sabine Pfister stellte im Anschluss noch ihren kleinen Dorfladen vor, in dem hochwertige regionale und fair gehandelte Produkten angeboten werden.

Nach der Wanderung zum Aussiedlerhof der Familie Köhler veranschaulichte Karl Köhler mit Bildern, wie viel Cent im Schnitt bei verschiedenen Lebensmitteln für den Landwirt übrig bleiben. Besonders die zahlreichen Kinder aber auch die Erwachsenen lagen regelmäßig bei diesem Ratespiel zu hoch. Köhler beklagte zudem den hohen Grad der Bürokratisierung in der Landwirtschaft, die oft dazu führe, dass kleinere regionale Betriebe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten könnten. Als Beispiel führte er regionale Metzger oder kleinere Hühnerzüchter an, die aufgrund der gestiegenen Auflagen aufgeben mussten. Weite Transportwege und der Ausbau der Massentierhaltung sei die Folge. Ein Landwirt müsse sich künftig sehr stark spezialisieren, damit er in seinem Bereich die nötigen Investitionen tätigen und gewinnbringend arbeiten könne, der klassische Bauernhof mit relativ wenigen, verschiedenen Tieren wie beispielsweise Hühnern, Schweinen und Rindern sei in der Regel nicht überlebensfähig. Dies brachte Landwirt Lothar Ehehalt aus Roden, der Vorsitzende des Rinderzuchtverbands Franken, auf den Punkt: "Ohne die so-da-Kräfte können heute viele kleinere Landwirte nicht überleben". Auf die verdutzten Blicke erklärte er, dass er mit den "so-da"-Kräften, die Omas und Opas, Nichten und Neffen oder die eigenen Kinder gemeint habe, die unentgeltlich mitarbeiten und einfach so da sind. Nur über ein hohes Arbeitspensum weit über die 40 Stunden Woche hinaus könnten viele kleinere Betriebe in der Landwirtschaft noch überleben.
Bettina Gerhard stellte als eine Alternative die "faire Milch" vor. Die hier zusammengeschlossenen Milchbauern lieferten ein hochwertiges Produkt mit strengeren Qualitätsanforderungen z.B. beim Futter der Kühe. Dafür bekommen sie einen festgelegten Preis von 45 Cent pro Liter Milch, der ihnen ein wirtschaftliches Überleben ermögliche und der fest kalkulierbar ist. Sie lud die Zuhörer ein, die "faire Milch" direkt vor Ort zu probieren und sich selbst zu überzeugen. Verschiedene Milchprodukte der Molkerei Frankenland mit Standort in Würzburg, an die der einzige im Ort verbliebene Milchbauer Georg Schmitt abliefert, konnten ebenso genossen werden, wie herzhafte Hausmacherwurst und Eier vom Köhlerhof.
Den Abschluss im Mehrzweckraum des Rathauses bildeten zwei informative Kurzfilme rund um den fairen Handel. Feste, existenzsichernde Preise für die Landwirte sorgen hier für Planungssicherheit, zusätzliche Gelder für Bildung und die gemeinschaftliche Grundversorgung, sowie die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards. Ein Beispiel hierfür ist das Verbot von Kinderarbeit, die beispielsweise bei der Kakaobohnenernte leider noch in großem Umfang üblich ist und bei der zahlreiche Kinder, auch als moderne Sklaven, für unsere Schokolade schuften. Nur etwa 1 % der verkauften Schokolade sei fair gehandelt, also garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt. Der Retzstadter Bäcker Andreas Schmitt hat dagegen komplett auf Fairtrade Schokolade umgestellt, seine selbstkreierten fairen Pralinen finden sehr guten Absatz und auch für alle Gebäckteile, die in Schokolade getaucht werden, verwendet er nun das teurere, aber qualitativ hochwertige faire Produkt.
Die Sprecherin der Steuerungsgruppe, Anna Post, bedankte sich bei allen Referenten für ihre informativen Beiträge und ihr Engagement und beendete mit der Einladung zu Kaffee und Kuchen, aber auch zu Cashew-Kern-Buttermilchbrot der Bäckerei Schmitt und verschiedenen Aufstrichen mit "Lebenswurst" den kurzweiligen Nachmittag.









Großartige FAIRTRADE Aktion der Grundschule Retzstadt



Im Rahmen der schön gestalteten Abschlussfeier der Grundschule am 28. Juli wurde das
Geheimnis von Schulleiterin Birgitt Pfister gelüftet. Die Spendenübergabe konnte stattfinden und
eine unglaubliche Summe von 1.500,-- € übergeben werden.

Bereits am 23. Juni vertauschten die Grundschüler das Klassenzimmer mit dem Sportgelände um bei einem Sponsorenlauf Geld für Waisenkinder aus Ombeyi in Kenia zu sammeln. Alle Grundschüler zusammen schafften 188 Kilometer, was noch mehr als der Strecke von Retzstadt bis Stuttgart entspricht. Der schnellste Läufer drehte in der begrenzten Zeit neunzehn Runden: knapp sechs Kilometer. Durch den sportlichen Eifer der Mädchen und Jungen kamen insgesamt stolze 1.500 Euro zusammen, die maßgeblich von den Eltern und Großeltern gespendet wurden. Bürgermeister Karl Gerhard lobte das bereits seit vielen Jahren gelebte Engagement der Grundschule für den Fairtrade Gedanken.

Auf dem Bild bei der Spendenübergabe an Frau Monika Wurm vom Kenia-Projekt-Team Stetten/ Wiesenfeld, Verwendungszweck ist die Ausstattung der Schule in Ombeyi.;

Vertreter der Steuerungsgruppe Fairtrade Retzstadt Bürgermeister Karl Gerhard, Monika Wurm, Aaron Liebstückel (schnellster Läufer) und Rektorin Birgitt Pfister. (Foto: Grundschule)



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