Liturgie

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Neuer Text: Stille im Gottesdienst

 

Inhaltsverzeichnis

AUFBAU DER EUCHARISTIEFEIER

„Die nehmen mir meine Messe!“

Die Gabenbereitung 

Gabenbereitung - eine Art „schöpferische Pause“?

„Du wirst in mich verwandelt“

  Vater unser" und Friedensgruß

Das Vater unser

Stille im Gottesdienst

 

AUFBAU  DER  EUCHARISTIEFEIER

 

 

E R Ö F F N U N G S T E I L

 

Lied zur Eröffnung

Begrüßung / Einführung

Kyrie-Litanei

Gloria

Tagesgebet

 

 

W O R T G O T T E S D I E N S T

 

Lesung

Halleluja-Ruf

Zwischengesang

Evangelium

Predigt

Glaubensbekenntnis

Fürbitten

 

 

 

M A H L F E I E R

 

Gabenbereitung

Hochgebet

Vater unser

Friedensgruß

Brotbrechen

Kommunionausteilung

Danksagung

Schlußgebet

 

 

 

S C H L U S S T E I L

 

Segen / Entlassung

 

 

 

Seit geraumer Zeit nehmen wir in unserer Gottesdienstgestaltung einige Änderungen vor. Wesentliche Anliegen dieses Vorhabens sollen auch in unse­rem Gemeindebrief schriftlich festgehalten werden. Ein erster Artikel möchte den Aufbau der heiligen Messe mal etwas näher erläutern.

Nebenstehende schematische Darstellung zeigt, dass die Eucharistiefeier aus 4 Teilen besteht, wobei nicht jeder Teil gleich wichtig ist. Eröffnungs- und Schlußteil sind im Bezug zum Wortgottesdienst und zur Mahlfeier von untergeordneter Bedeutung, obgleich sie deswegen nicht unwichtig sind. Denn jede Veranstaltung muß eingeleitet und eröffnet werden; genauso muss man sie beenden oder beschließen.

Jeder dieser Gottesdienstteile hat seinen eigenen Ort und seine eigene Bedeutung. Der Eröffnungsteil findet statt an den Stufen des Altarraumes und will uns hinführen zu den beiden Hauptteilen des Gottesdienstes, uns öffnen und bereiten für die Begegnung mit Gott im Wort der Heiligen Schrift und im heiligen Mahl. In diesem Eröffnungsteil stehen wir ausgerichtet zum Altar, auf dem das Lektionar liegt, Zeichen für Gott, dem wir uns zuwenden.

Danach, im Wortgottesdienst und in der Mahlfeier, stellen wir uns - wenn auch nur an­deutungsweise - im Kreis um Ambo und Altar, die Orte der Wortverkündigung und des Mahles. In kaum einer Kirche ist es möglich, sich zuerst um den Ambo zu gruppieren und danach um den Altar. Dadurch aber, dass nach dem Wortgottesdienst der Altar mit dem Tischtuch gedeckt wird und Blumen und Kerzen auf ihn gestellt werden, wird sichtbar, daß ein Ortswechsel stattfindet vom Lesepult zum Tisch der Mahlfeier.

Überdies prägt diese vier Teile des Gottesdienstes ein gewisses Auf und Ab - zu vergleichen mit der Wellenbewegung des Meeres - das dem Ganzen eine gewisse Spannung oder Dyna­mik verleiht. Haben wir uns im Eröffnungsteil um Christus versammelt, um uns mit ihm in Lobpreis und Gebet an den Vater zu wenden, dann gehen alle, die in der Liturgie einen Dienst zu versehen haben, an ihre Plätze und setzen sich. Der Priester wartet, bis wieder Stille und Ruhe eingekehrt ist, bevor er zur Lesung hinführt. Dadurch entsteht eine kurze Pause, in der wir uns für das Hören des Wortes Gottes be­reiten.

Noch deutlicher und spürbarer wird der Spannungsabfall und erneuter Anstieg zu einem weiteren Höhepunkt zwischen Wortgottesdienst und Mahlfeier. Nach dem Hören (Schriftlesungen und Predigt) und unserer Antwort auf Gottes Wort (Gesang nach der Le­sung, Glaubensbekenntnis und Fürbitten), setzt sich die Gemeinde, es tritt Stille ein, die auch mal durch verhaltene Instrumentalmusik überbrückt wird, in der das Gehörte in der Wortverkündigung verarbeitet werden will. Der Altar wird bereitet mit Tischtuch, Blumen und Kerzen. Die Gaben werden vom Kredenztisch im Mittelgang zum Altar gebracht (zu dieser Gabenprozession kann gesungen werden) und dort bereitgestellt. In dieser Zeit der Ruhe und Sammlung bereiten wir uns und gehen auf einen neuen Höhepunkt zu im Hochgebet über Brot und Wein und im Kommunionempfang.

Danach folgt wieder ein „absteigender“ und beruhigender Augenblick in der Liturgie. Sitzend und meditierend soll Christus, den wir in Brot und Wein empfangen haben, bei uns ankommen, bevor wir uns im Schlu senden lassen an unsere Aufgaben in Familie und Beruf, in Arbeit und Freizeit.

P. Siegfried

„Die nehmen mir meine Messe!“

 

Bei manchen Reaktionen auf die Änderungen in unserer sonntäglichen Eucharistiefeier habe ich den Eindruck, manch einer befürchtet, wir würden ihm die „vertraute Messe nehmen“, indem wir zu tiefgreifende Änderungen in der Liturgie vornehmen. Ja und nein, würde ich mal sagen.

 

Zunächst zum Nein. Dazu schauen wir uns einfach mal einige Änderungen an. So ist es doch z.B. unerheblich, ob beim Einzug der Priester, die Ministranten und alle anderen, die einen liturgischen Dienst versehen, zuerst an den Stufen des Chorraumes stehen bleiben oder ob sie sofort auf ihre Plätze gehen. Auch die veränderte Sitzordnung im Altarraum ist keine tiefschürfende Änderung. Es ist sicher auch gleichgültig, ob Brot und Wein von einem Tisch im Mittelgang geholt werden oder von einem Tisch, der ganz in der Nähe des Altares steht. Decken am Erstkommuniontag die Erstkommunikanten den Altar, dann ist das „schön“; wenn es im Sonntagsgottesdienst Erwachsene tun, dann sollte man das lieber bleiben lassen.

 

Alle diese Änderungen sind rein äußerliche Veränderungen, die das Wesen der Eucharistiefeier nicht berühren. Sie haben allein den Sinn, den Aufbau der Eucharistiefeier durchsichtiger und verständlicher zu machen, und sie dadurch - und darin liegt der Hauptakzent – fruchtbarer mitfeiern können.

 

Und damit ist wieder ein Stichwort gefallen: MITFEIERN. Wir sollen nicht nur bei einem heiligen Ritus, den der Priester vollzieht, ehrfurchtsvoll dabei sein, sondern wir sollen das Geschehen mitvollziehen; wir alle sind Mithandelnde. Unsere liturgischen Änderungen wollen die vier Teile der Feier sichtbar machen und aufzeigen, was in den einzelnen Teilen jeweils geschieht, damit wir das nachvollziehen können: Die Eröffnung der Feier will uns helfen, uns zu sammeln, dazusein vor Gott mit allem, was uns ausmacht und was uns bewegt, um Gott im Wortgottesdienst in unser ganz konkretes Leben hineinsprechen zu lassen, und Christus in der Mahlfeier als Kraftquelle für die Umsetzung des im Wortgottesdienst Gehörten in uns aufzunehmen. Und schließlich lassen wir uns im Abschlußteil der Messe - hoffentlich durch Wortgottesdienst und Mahlfeier verändert und verwandelt - in unseren Alltag senden. Zur Verdeutlichung des eben Gesagten verweise ich auf meine liturgischen Beiträge in den beiden letzten Ausgaben unseres Gemeindebriefes.

 

Und nun zum Ja, es könnte manchem die „vertraute Messe genommen“ werden. Dies komme zum Ausdruck in unserer Überbetonung des Mahlcharakters der hl. Messe, wodurch der Opfergedanke oder das Kreuzesopfer Christi notgedrungen in den Hintergrund gedrängt werde.

 

Ich gestehe unumwunden ein, dass ich den Opferbegriff für die Eucharistiefeier möglichst vermeide, und dies einzig aus dem Grund, weil er falsch verstanden wird. Ganz eindeutig ist auch für mich die Eucharistiefeier die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. Aber sie ist nicht ein Opfer, das uns in die Hand gegeben wird, damit wir mit diesem Opfer Gott versöhnen oder gar ihm dieses Opfer - wie die Schlacht- und Brandopfer des Alten Testamentes - darbringen könnten, um uns selbst für uns behalten zu können. Schon diese alttestamentlichen Opfer waren nur sinnvoll, wenn sie Zeichen waren für die eigene Hingabe des Menschen an Gott. In der Eucharistiefeier wird das Opfer Christi, d.h. Jesu Haltung, seine Gesinnung und Einstellung Gott und den Menschen gegenüber – und zwar während seines ganzen Lebens und nicht nur in den Stunden, als er am Kreuz hing - gegenwärtig, damit wir diese seine Gesinnung und Opferhaltung übernehmen und es Jesus gleichtun in unserem Einsatz für eine bessere Welt.

Hoffentlich habe ich mit diesem Beitrag so manchem seine Befürchtungen nehmen und ihm helfen können, die Änderungen in der Liturgie besser nachzuvollziehen. Das jedenfalls sind die Anliegen bei unseren liturgischen Änderungen.

 

Pater Siegfried


Die Gabenbereitung

 

Die Eucharistiefeier besteht aus vier Teilen, eigentlich aus zwei, aus Wortgottesdienst und Mahlfeier; die anderen, Eröffnung und Abschluss, sind untergeordnete Teile, deswegen aber nicht unwichtig. Alle vier Teile haben ihren eigenen Ort: Eröffnung an den Stufen des Altarraumes, Wortgottesdienst am Ambo, Mahlfeier und Abschluß am Altar. Die Teile sind durch Pausen von einander getrennt: Zwischen Eröffnung und Wortgottesdienst ist eine kurze Pause: der Priester und die übrigen Diensttuenden gehen von den Stufen des Altarraumes an ihre Plätze und setzen sich. Man wartet, bis Ruhe eingekehrt ist, um  Gottes Wort aufmerksam hören zu können.

Die Pause zwischen Wortgottesdienst und Mahlfeier ist länger. In dieser Zeit wird alles vorbereitet, damit der Priester das „Hochgebet“ über Brot und Wein sprechen kann: Zunächst wird der Altar mit dem Tischtuch gedeckt, Blumen und Kerzen werden auf den Altar gestellt - ein „Ortswechsel“ wird dadurch angedeutet: vom Ambo, dem „Tisch des Wortes“ hin zum Altar, dem „Tisch des Brotes“, wie das Konzil diese beiden Orte bezeichnet. Dann sammeln die Ministranten das Geld ein.

Diese Sammlung hat eine lange Geschichte. In den Anfängen der Kirche wurde der Gottesdienst abends gefeiert. Vor dem Gottesdienst jedoch hat man zuerst miteinander zu Abend gegessen, wozu jeder, der dazu in der Lage war, etwas zum Essen und Trinken mitgebracht hat. Erst danach wurde aus den Schriften der Apostel gelesen und das eucharistische Mahl gefeiert. Dieses Abendessen war für die armen Gemeindemitglieder ganz wichtig, denn auf diese Weise kamen sie hin und wieder zu einer ordentlichen Mahlzeit. Als später der Gottesdienst auf den Morgen verlegte wurde, hat man von ihm das gemein­same Essen getrennt - für beides war die Zeit vor der Arbeit zu knapp - und auf den Abend verlegt. Aus diesem gemeinsamen Abendessen ist allmählich eine „Armenspeisung“ geworden, denn dazu ka­men nicht mehr alle, sondern nur noch die, die darauf angewiesen waren. Zum Gottesdienst am morgen hat man aber wei­terhin Lebensmittel mitgebracht, womit abends den Armen das Abendessen bereitet wurde (aus diesen Nahrungsmitteln wurden übri­gens Brot und Wein ausgewählt für das heilige Mahl).

Daraus ist heute die „Kollekte“ geworden, eine reine Geldsammlung; Nahrungsmittel werden keine mehr gebracht. Statt dessen steht ein Tisch mit Brot und Wein im Mittelgang als schwaches Zeichen dafür, dass Brot und Wein hätten eigentlich von den Anwesenden zum Gottesdienst mitgebracht werden sollen. Geld, Brot und Wein sollen heute Zeichen sein für unsere grundsätzliche Bereitschaft, denen zu helfen, die unsere Hilfe brauchen. Während der Gabenbereitung soll Stille sein oder verhaltenes Orgelspiel, damit das im Wortgottesdienst Gehörte tiefer in uns eindringen kann. Wenn die Ministranten Geld, Brot und Wein zum Altar bringen, dann wollen auch wir - bildlich gesprochen - uns selber nach vorne bringen und uns zu den Opfergaben hinzulegen und uns Gott zur Verfügung stellen. Wir wollen Gott gestatten, dass er uns verändern und ver­wandeln darf, so dass wir im­mer mehr die werden, die er haben möchte, gemäß einem Wort von Mutter Teresa:

 

„Keiner darf so aus der Kirche herausgehen,

wie er hineingegangen ist.

Es ändert sich ja etwas.

Wandlung  -  sagen wir.

Brot und Wein wandeln sich in Leib und Blut Christi.

Er (Christus) wird uns in die Hand gegeben.

Und dann haben wir es in der Hand,

dass wir uns durch ihn in seinem Sinn wandeln lassen

und dass durch uns die Welt gewandelt wird,

etwas wenigstens, soweit es an uns liegt“.

 

Pater Siegfried

 

„Du wirst in mich verwandelt“

Es war wieder an der Zeit, den Artikel zu schreiben für die Rubrik „Liturgie - anders“ in unserem Gemeindebrief, als mir eine der Mütter der diesjährigen Kommunionkinder eine Ausgabe der Zeitschrift „Die Sternsinger“ in die Hand drückte, um einen Artikel daraus für die Kommunionkinder zu verwenden. Dieser Artikel möchte Kindern das Anliegen der sonntäglichen Eucharistiefeier nahe bringen. So verfolgt er das gleiche Anliegen, das wir z. Zt. mit unseren liturgischen Veränderungen verfolgen. Der Artikel ist sehr gut, warum sollte ich ihn nicht einfach an Sie weitergeben. Die Kindersprache stört Sie doch wohl nicht, so hoffe ich.

 

Das sonntägliche Wunder

Wie immer feierte Bischof Augustinus die heilige Messe. Laut sprach er die Worte der Wandlung: „Am Abend vor seinem Leiden nahm Jesus Brot in seine Hände, erhob seine Augen zu dir, Gott, seinem allmächtigen Vater, dankte dir, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmt und esst alle davon; das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“.

Als Augustinus so weit gekommen war, sah er vor sich den Leib Jesu Christi liegen. Da kam es ihm vor, als ob die Brotgestalt zu ihm spräche: „Nun komme ich wie Brot zu dir, damit du mich essen kannst. Inniger kann ich mich nicht mit dir verbinden, als wenn du mich isst“.

Da begann Bischof Augustinus in seinem Herzen mit Jesus ein Gespräch. „Aber sag mir doch“, fragte er, „was nützt das, wenn ich dich zu mir nehme? Mein Körper wird das geheiligte Brot, deinen Leib, in mich selbst verwandeln, und damit ist doch nichts Gutes geschehen; denn ich bin arm und sündhaft; und wenn du in mich verwandelt wirst, so wirst auch du arm und sündhaft ...“

Plötzlich spürte er in sich eine brausende Musik, und ganz deutlich verstand er die Worte: „Mein allmächtiger Gottesgeist verwandelt dich ... Du sollst in mich verwandelt werden ...“ Augustinus schüttelte den Kopf: „Das versteh ich nicht, ich soll dich essen, aber du willst mich verwandeln?“ „So ist es“, sprach es in seinem Innern. „Aber wie werde ich nach der Verwandlung aussehen?", fragte Augustinus. „Du wirst aussehen, wie du jetzt aussiehst“, sprach der Herr. „Ich verwandle nicht deinen Körper, sondern deinen unheiligen Geist, den verwandle ich in heiligen Geist“. „Ich danke dir für dieses große Geschenk!“, erwiderte Augustinus und machte eine stürmische Kniebeuge. „Ich danke dir, mein gütiger Herr!“

Hörte er nicht einen scharfen Ruf? „Augustinus! Du irrst dich! Nicht für dich wirst du verwandelt. Ich verwandle dich, damit du ein liebendes Herz haben wirst ...“ „Ja, Herr“, antwortete Bischof Augustinus erschrocken. „Ein liebendes Herz für alle!“ – „Ja, Herr“. „Ein gütiges Herz ...“ - „Ja, Herr“. „Ein Herz, das Frieden sucht und Frieden stiftet ...“ - „Ja, Herr“.

Jesus lädt uns ein, im Wortgottesdienst sein Wort zu hören und darauf zu antworten mit Bitten und Liedern, mit Gesten des Gebets und des Hörens. So will uns dieses Wort verändern. In der Mahlfeier stärkt er uns dann in der Brotgestalt, so zu leben, wie er es vorgelebt hat. Wenn es dann am Ende heißt: „Gehet hin in Frieden“, dann bedeutet das: „Jetzt ist genug gebetet, gesungen und gelobt, jetzt geht es an die Arbeit! Lebt nach diesem Wort, bringt es in die Familien, in die Schulen, zu den Kranken und auch zu denen, die ihr nicht mögt“. Die Eucharistie ist ein Wunder. Sie verändert, verwandelt uns, damit wir mitwirken, die Welt zu verwandeln, der Welt ein „besseres Gesicht“ zu geben.

Müsste ich nun - nach diesem Artikel aus der Zeitschrift „Die Sternsinger“ - mit einem Satz sagen, welchen Sinn die Eucharistiefeier hat, so würde ich es so formulieren: Jesus Christus möchte uns im heiligen Mahl entsprechend dem, was wir im Wortgottesdienst gehört haben, verwandeln, damit wir von der Eucharistiefeier verwandelt weggehen, hinein in unsere Umgebung, in unser tägliches Leben, um diese als Verwandelte zu verwandeln. Oder nochmals anders, um es noch deutlicher zu sagen: Das Brot wird in der Eucharistiefeier nicht in Jesu Leib verwandelt, daß wir niederknien und anbeten, sondern damit wir durch das Essen dieses verwandelten Brotes selber verwandelt werden, um als Verwandelte wiederum unsere „Welt“, in der wir leben, zu verwandeln.

Ich habe bewusst immer das Wort „verwandeln“ gebraucht - und nicht eines besseren Stiles wegen nach anderen Ausdrücken gesucht - weil es mir auf dieses Wort ankommt. Man könnte geradezu die Eucharistiefeier mit  e i n e m  Wort umschreiben, mit „Wandlung“, es bedürfte nicht einmal eines Satzes.

Aber leider hören wir vielfach dieses Wort „Wandlung“ gar nicht so gerne; Lothar Zenetti hält uns mit seinem Gedicht den Spiegel vor:

 

Frag' hundert Katholiken,

was das Wichtigste ist

in der  K i r c h e .

Sie werden antworten:

Die Messe.

Frag' hundert Katholiken,

was das Wichtigste ist

in der  M e s s e .

Sie werden antworten:

Die Wandlung.

Sag' diesen hundert Katholiken,

daß das Wichtigste in der Kirche

die  W a n d l u n g  ist.

Sie werden empört sein:

Nein,

alles soll bleiben, wie es ist!

 

Es gab schon die verschiedensten Namen für den christlichen Gottesdienst: „Brotbrechen“ - „Messe“ (von ite missa est = geht, ihr seid gesendet) - Eucharistiefeier ( = Danksagung) . . . Welch ganz anderes Verständnis von Gottesdienst käme zum Ausdruck, wenn wir statt „ich geh‘ in die Kirch“ sagen würden: „Ich geh zur Wandlung“?!!!

 

Pater Siegfried


Wenn man landauf landab – egal in welcher Gemeinde - den Sonntagsgottesdienst besucht, dann gewinnt man sehr oft den Eindruck, daß da wahllos verschiedene Elemente aneinandergereiht sind ohne innere Beziehung zueinander. Jedes dieser Elemente ist auch noch gleich wichtig und gleich wertig wie die anderen, so daß sie in der Gestaltung auch gleich und unterschiedslos akzentuiert werden. Mal wird ein Gebet gesprochen, dann wird ein Bibeltext vorgelesen oder auch ein anderer Text. Da man aber nicht immer nur beten, lesen und zuhören kann, singt man dazwischen das eine oder andere Lied. Dabei kommt es nicht so sehr auf den textlichen Inhalt dieses Liedes an, sondern einfach auf die Tatsache, daß zur Abwechslung immer mal wieder gesungen wird. Es kommt auf die Melodie an, ob sie bekannt ist, ob sie einem gefällt oder ob sie traditionsgemäß zu einer bestimmten Zeit gehört, wie das textlich eher dürftige „Stille Nacht“ zu Weihnachten. Und das alles reiht sich wie ein Einheitsbrei aneinander, bis endlich die Stunde vorüber ist, immer in der stillen Hoffnung, daß es diesmal schneller geht, als am vergangenen Sonntag. Es ist „action“ angesagt: Beten, Lesen und Singen, nur, bitte, keine Stille, das wäre einfach unerträglich! Reine Zeitverschwendung übrigens, die einen Gottesdienst nur unnötigerweise verlängert, wie der „Retschter Bock“ vor geraumer Zeit mal meinte.

Aber Gottesdienst ist etwas ganz anderes; Gottesdienst ist etwas Dynamisches, wobei sich eine Spannung aufbaut, weil alles auf einen Höhepunkt zustrebt, um danach wieder abzuklingen. Die sonntägliche Eucharistiefeier hat gleich zwei solcher Höhepunkte. Einmal möchte Gott im  W o r t g o t t e s d i e n s t  zu Wort kommen in meine ganz konkrete Situation hinein, worauf ich meine Antwort geben soll. Zum andern begegne ich in der  M a h l f e i e r  Jesus Christus, der sich mir anbietet, mir behilflich sein zu wollen bei der Umsetzung dessen, worüber wir - Gott und ich - im Wortgottesdienst miteinander gesprochen haben.

Zwischen diesen beiden Höhepunkten liegt der Teil des Gottesdienstes, den wir „Gabenbereitung“ nennen. Es ist der Augenblick im Gottesdienst, wo der erste Höhepunkt ab- und ausklingt und das Geschehen sich auf einen neuen Höhepunkt zu bewegt. Dieser Moment ist wichtig; ohne ihn könnte sich der zweite Höhepunkt für uns nicht fruchtbar entwickeln, sondern er würde spurlos an uns vorübergehen. Man kann das vergleichen mit dem Spiel der Meereswellen. Dort türmt sich eine Welle langsam auf, um danach wieder in das Wellental abzufallen und sich von neuem wieder langsam zur nächsten Welle aufzutürmen. Die Gabenbereitung ist genau dieses Wellental.

In dieses „Wellental“ darf nun nicht mit voller Lautstärke ein sogenanntes „Gabenbereitungslied“ geschmettert werden. Jetzt ist zunächst mal Stille angesagt. Was mir Gott im Wortgottesdienst gesagt hat und worauf ich ihm im Antwortgesang nach der Lesung, im Glaubensbekenntnis und in den Fürbitten geantwortet habe, das soll jetzt nachklingen können, eindringen dürfen, eine Veränderung und Verwandlung in mir in Gang bringen können. Nur so kann ich Jesus Christus, den ich im verwandelten Brot empfange, sagen, was er in mir verwandeln soll. Dafür, so scheint mir, ist die Zeit, die erforderlich ist, um das Mahl vorzubereiten - Tischdecken, Kollekte und Gabenprozession – nicht zu lang, im Gegenteil.

Bei einer Tagung über Eucharistieseminare unlängst in Dublin, in Irland, habe ich etwas erlebt, was ganz meinem Anliegen bei der Gabenbereitung entspricht und dieses geradezu sinnenhaft zum Ausdruck brachte. Bei einem der immer sehr ansprechend gestalteten Gottesdienste sollten bei der Gabenbereitung einige der Mitfeiernden Brot und Wein zum Altar bringen. Nichts Besonderes. Aber bevor der Teller mit dem Brot zum Altar gebracht wurde, sollte jeder einzelne – so wünschte es der Priester – diesen Brotteller in die Hände nehmen und still oder für alle vernehmlich seine eigenen Anliegen über das Brot aussprechen, also Gott sagen, was er zusammen mit dem Brot verwandeln soll oder wie Gott gestalterisch in das Leben des je einzelnen eingreifen soll.

Für mich war das  nicht nur ein ansprechender, sondern ein sehr ergreifender Augenblick, ein Augenblick, der für den weiteren Verlauf der Feier bestimmend war.

Ohne selbst Höhepunkt zu sein, ist die Gabenbereitung also ganz wichtig, damit aus dem ersten Höhepunkt des Gottesdienstes der zweite sich entfalten kann.

Wir müssen folglich wieder lernen, daß während der Gabenbereitung Stille herrscht oder verhaltene Instrumentalmusik, und höchstens - solange wir die Stille noch nicht aushalten können - ganz am Ende der Gabenbereitung ein Lied gesungen wird. Mit etwas Geduld wird uns das schon gelingen.

 

"Vater unser" und Friedensgruß

Wenn wir Veränderungen in der Liturgie vornehmen, dann nur zu dem einen Zweck, daß unsere Feier klarer, "durchsichtiger" und verständlicher wird und wir den Gottesdienst leichter mitfeiern können.

So "stören" zwischen Hochgebet und Kommunion das "Vater unser" und der Friedensgruß, wohl gemerkt nicht als solche, sondern an diesem Platz. Wenn das Eucharistische Hochgebet über Brot und Wein gesprochen ist, dieses Gebet, in dem wir Gott um die Verwandlung des Brotes und des Weines in Jesu Leib und Blut gebeten haben, dann sollte sofort nach diesem Gebet die Kommunionausteilung folgen und nicht unterbrochen werden durch "Vater unser" und Friedensgruß. Hochgebet und Kommunion gehören zusammen und sollten nicht auseinadergerissen werden. Wenn wir in der Kommunion das Brot essen und aus dem Kelch trinken, dann sollten wir wissen, warum wir das tun und was diese Elemente für uns bedeuten. Im Hochgebet war davon die Rede. Gehen wir also sofort nach diesem Gebet mit diesen Gaben so um, wie wir im Gebet von ihnen gesprochen haben.

Eine Verschiebung des "Vater unser" und des Friedensgrußes an einen anderen Ort im Gottesdienst bedeutet keinesfalls eine Herabwürdigung. Das "Vater unser" ist schließlich das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat. Und der Friedensgruß ist ein bedeutender Teil im Gottesdienst, der ja wesentlich Mahl ist und dieses bedeutet Gemeinschaft. Ein Mahl kann man nur halten, wenn man miteinander versöhnt ist. Denken wir nur daran, wie es uns am Tisch beim Mittagessen geht, wenn Streit ist in der Familie und keiner mit dem anderen redet. Am liebsten würde man den Löffel auf den Tisch knallen, aufstehen und gehen.

Für diese beiden Teile - "Vater unser" und Friedensgruß - gibt es einen hervorragenden Platz am Ende des Wortgottesdienstes, also nach den Fürbitten. Wenn wir im Fürbittgebet, Gott unsere "kleinen" Anliegen - so klein sind sie gar nicht immer - gesagt haben, dann sollten wir uns die "großen" Anliegen Gottes zu eigen machen, so wie sie Jesus uns genannt hat, eben im "Vater unser". So beschließt übrigens der Priester sein offizielles Gebet, das er im Auftrag der Kirche täglich morgens und abends betet ("Laudes" und "Vesper") mit den Fürbitten und dem "Vater unser". Warum könnte das in der hl. Messe nicht auch so sein?

Den Friedensgruß könnte man sich schon zu Beginn des Mahles geben, bevor man es bereitet, also sofort nach den Fürbitten und unmittelbar vor der Gabenbereitung als Zeichen der Versöhnung und der Bereitschaft zur gemeinsamen Feier.

Und nun zum eigentlichen Gehalt dieses Gebetes. Das "Vater unser" möchte ich als das "Reich-Gottes-Gebet" bezeichnen, das Gebet um das Kommen einer neuen Gesellschaft, eines Zusammenlebens der Menschen, wie Gott sich das für uns Menschen wünscht. Das bringen die drei ersten Bitten dieses Gebetes zum Ausdruck, so wie es die großen Propheten unterschiedlich formuliert haben: "Geheiligt werde dein Name" (Ezechiel), "Dein Reich komme" (Daniel) und "Dein Wille geschehe" (Jesaja).

In den nächsten Bitten sollen wir für uns beten, daß wir fähig werden, uns ganz für das Kommen dieses Reiches Gottes einzusetzen: Gott möge uns täglich das Lebensnotwendige geben, damit wir nicht dafür unsere ganzen Kräfte vergeuden müssen, sondern diese einsetzen können für das Reich Gottes. Als Einzelkämpfer richten wir für das Reich Gottes wenig aus, außerdem ist Reich Gottes wesentlich Gemeinschaft. Also müssen wir fähig sein, ständig einander zu vergeben, daß wir wirklich eine Gemeinschaft werden. Vor allem sollen wir darum bitten, daß wir an Gott nicht irre werden, wenn es mit diesem Reich Gottes nicht so schnell vorwärts geht, wie wir uns das vorstellen.

 

Im Anschluss an diesen Artikel ist ein „Vater unser" abgedruckt, kommentiert von einem meiner Lieblingsprofessoren - Gerhard Lohfink. Er spricht mir mit seiner Deutung aus dem Herzen und ich bin überzeugt, dass er mit seinen Formulierungen auch die Anliegen Gottes trifft.

Pater Siegfried

 

Das Vater unser

 

Vater im Himmel, wir sind deine Gemeinde, dein Volk. Deshalb dürfen wir es wagen, dich als unseren lieben Vater anzureden.

Offenbare dich vor allen Völkern als der große, heilige Gott. Sammle dein Volk und mache es zum wahren Gottesvolk, damit dein Name vor der ganzen Welt geheiligt wird:

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Laß dein Reich und deine Herrschaft anbrechen, damit endlich die Herrschaft von Menschen über Menschen aufhört und du allein unser Herr bist:

 

Dein Reich komme.

 

Bring deinen Plan zu Ende, den Traum, den du schon immer geträumt hast, den Traum von einer wahrhaft menschlichen Welt, von einer Welt voll Glück und Schönheit, von einer neuen Gesellschaft, die in deiner Kirche Gestalt annimmt. Das ist seit Ewigkeit dein Plan, das ist dein Wille:

 

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

 

Weil du unser lieber Vater bist, bitten wir dich: Gib uns heute soviel, wie wir zum Leben brauchen. Unsere erste Sorge soll dein Reich sein. Es soll uns so erfüllen, daß wir gar keine Zeit haben, uns zu plagen, zu sorgen und ständig an uns selbst und an das Morgen zu denken. Sorge du für uns. Gib uns heute, für den heutigen Tag, unser Brot:

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Wir bitten dich aber auch: Vergib uns unsere Schuld. Wir können das, was wir dir schuldig geblieben sind und ständig schuldig bleiben, niemals bezahlen. Erlaß uns unsere ganze Schuld; du bist doch unser Vater.

Wir sind uns bewußt, daß wir eine solche Bitte gar nicht aussprechen dürfen, wenn nicht auch wir unseren Brüdern und Schwestern alle Schulden, die sie bei uns haben, sofort und vollständig erlassen:

 

Vergib uns unser Schuld

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

Gerade weil dein Reich mitten in unserer armseligen Geschichte anbrechen soll, droht auch die Versuchung:

die Versuchung des Abfalls,

die Versuchung, unsere Jüngerschaft aufzugeben,

die Versuchung,

- die Menschen für unverbesserlich zu halten,

- die Welt für unveränderbar

- und die jetzigen Zustände eigentlich für ganz gut anzusehen,

die Versuchung, an deiner Kirche zu verzweifeln und an deinen Plan mit der Welt nicht mehr zu glauben.

Laß uns ihr nicht erliegen, sondern reiß uns heraus aus der tödlichen Macht des Bösen:

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist die Macht und die Herrschaft und das Reich in alle Ewigkeit. Amen.

 

Gerhard Lohfink

 

Stille im Gottesdienst

 

Wir beklagen allgemein, daß unsere heutige Zeit zu laut sei, nichts kann mehr so richtig in den Menschen eindringen, ein Eindruck erschlägt den anderen und deckt ihn zu, alles plätschert nur noch an uns ab. Die Medien z. B. überschütten uns mit einer Menge von Informationen, die wir gar nicht mehr aufnehmen und verarbeiten können. Hektik, action, Streß sind angesagt und das auf allen Gebieten - auch im Gottesdienst ... ja, auch im Gottesdienst!

Wenn ein Ereignis, ein Gedanke in uns eindringen, in uns Fuß fassen soll, dann müssen wir ihm Zeit lassen, er braucht Ruhe, er braucht Stille, er darf nicht im „Lärm“ des nächsten Gedankens, des nächsten Ereignisses erstickt werden, bevor er Fuß fassen konnte.

Für den Gottesdienst nenne ich mal nur zwei Beispiele: die Fürbitten und die Gabenbereitung. Bei den Fürbitten, bevor man überhaupt den Wortlaut richtig aufgenommen und erfaßt hat, ruft schon alles: „Wir bitten dich, erhöre uns!“ Wenn wir zum Beispiel um Frieden beten wollen für die Völker, bei denen Krieg herrscht, dann muß ich mindestens soviel Zeit haben, mir bewußt zu machen, in welchem Land oder in welchen Ländern Krieg ist, ich muß mir klar werden, was ich für diese Völker erbitten möchte, und das muß ich dann auch noch Gott sagen können. Diese Zeit muß ich haben, wenn solche Fürbitten einen Sinn haben sollen, besonders wenn nur das Anliegen genannt wird, in dem wir beten wollen, ohne daß eine ausdrückliche Bitte angefügt wird. Aber selbst in letzterem Fall brauche ich kaum weniger Zeit. Andernfalls findet da kein Gebet statt, sondern nur ein sinnloses und wortreiches Geplapper, von dem Jesus ausdrücklich gesagt hat: „Plappert nicht wie die Heiden ...“ Oder wir betätigen nur eine Gebetsmühle, die viel Lärm macht, uns aber vom eigentlichen Gebet abhält. Deswegen halten wir nach jeder einzelnen Bitte eine kurze Stille zum persönlichen Gebet. Oder wir singen einen Liedruf, der uns automatisch etwas mehr Zeit einräumt bis die nächste Bitte genannt wird.

Bei der Gabenbereitung ist die Sache noch offenkundiger. Es darf in unseren Gottesdiensten einfach nicht ruhig werden, so hat man den Eindruck. Das „Amen“ bei den Fürbitten ist noch nicht verklungen, da setzt auch schon die Orgel ein zum Gabenbereitungslied. Diese Lieder nehmen uns nicht nur die Zeit zum Nachdenken, sie verhindern, daß das im Wortgottesdienst Erlebte in uns eindringen kann. Sie nehmen überdies meist schon vorweg, was erst im Hochgebet geschieht; sie sind also eine reine Verdoppelung. Manche - ich denke besonders an jenes Lied, das uns einlädt über das „Neue Zion“ nachzudenken - sind geradezu wie geschaffen, uns vom Wesentlichen abzulenken. Das, was mir Gott im Wortgottesdienst sagen wollte, soll nachklingen dürfen, damit ich daraufhin Gott sagen kann, wie er mich in der Mahlfeier, die jetzt beginnt, verwandeln und verändern soll, um dem besser zu entsprechen, was er mir durch sein Wort angeraten hat. Statt dessen soll ich jetzt über das „Neue Zion“ nachdenken – so rät mir genanntes Lied - zwar ein schönes biblisches Bild für die Kirche, über das nachzudenken sich schon lohnt - zu gegebener Zeit versteht sich - aber bitte doch nicht jetzt. Solche Lieder - an der falschen Stelle gesungen - sind wie dafür geschaffen, mit allen Mitteln zu erreichen, daß ja nicht geschieht, was jetzt mit mir im Gottesdienst geschehen soll. Um es etwas scherzhaft auszudrücken - wobei das Körnchen Wahrheit nicht zu übersehen ist - nach solchen Liedern müßte man eigentlich beichten: „Ich war im Gottesdienst unandächtig und zerstreut“.

Ich weiß, jeder Augenblick der Stille im Gottesdienst ist zunächst einmal unerträglich. Er kommt einem vor wie eine Panne und man fragt sich, wann macht er denn endlich weiter. Aber wenn wir uns mit den stillen Augenblicken mal vertraut gemacht haben, möchten wir sie nicht mehr missen, weil wir spüren, wie wohltuend sie sind und wie nötig wir sie brauchen, damit der Gottesdienst für uns fruchtbar wird und nicht nur leeres Getöse ist.

Die Eucharistiner halten täglich eine Stunde „Anbetung“ (nicht das beste Wort dafür, was wir da tun). Da sind wir in Stille bei Christus im eucharistischen Brot, weil uns die Stille, die in der Eucharistiefeier zur Verfügung steht, nicht ausreicht, damit Gott an uns wirken, damit Gott uns verändern kann. Jeder ist eingeladen, das mit uns zu tun, täglich in der Hauskapelle um 11.00 Uhr.

Manche befürchten jetzt schon wieder eine Verlängerung des Gottesdienstes. Zugegeben, beim Experimentieren kann man manchmal etwas über die Stränge schlagen. Aber mit etwas Geduld bekommen wir das in den Griff und kommen auch zu einer angemessenen Zeit für die Länge des Gottesdienstes. Außerdem - und Entschuldigung für diese spitze Bemerkung - wenn wir überall so gewissenhaft mit der Zeit umgehen würden, wie wir das mit der Zeit für den Gottesdienst tun, wo bald jede Minute verlorene Zeit zu sein scheint, dann hätten wir reichlich Zeit!

 

Pater Siegfried

 

 

-Letzte Aktualisierung: Samstag, 25. November 2006 21:39 © Reinhold Meurer - IMPRESSUM -

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