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Allgemeines über den Wald


Fläche/ Besitzarten

Der Wald der Gemeinde Retzstadt setzt sich aus mehreren, nicht zusammenhängenden Flächen zusammen. Insgesamt umfaßt er 437 ha. Bezogen auf die gesamte Gemeindefläche ergibt sich ein Bewaldungsprozent von 24. Im Vergleich mit dem Waldflächenanteil im Bundesgebiet (30%) und in Unterfranken (35%) ist der Wert in Retzstadt deutlich niedriger. Wegen der überwiegend sehr guten Böden findet hier intensive landwirtschaftliche Nutzung statt. Der Wald wurde auf die ungünstigeren Standorte wie Kuppenlagen oder steile Nordhänge zurückgedrängt.

Die Waldfläche verteilt sich auf 230 ha Gemeindewald und 207 ha Privatwald in der Hand von insgesamt 412 Waldbesitzern. Der Privatwald wird in Eigenregie bewirtschaftet. Die Gemeinde hat die Betriebsführung dem staatlichen bayerischen Forstamt Arnstein übertragen. Hr. Werner Trabold ist der zuständige Revierförster, der sowohl den Gemeindewald betreut, als auch den privaten Waldbesitzern beratend zur Seite steht.



Geschichtliche Entwicklung

Mittelwaldstruktur
Bis zum 20. Jahrhundert wurde der Gemeindewald in Retzstadt als Mittelwald bewirtschaftet. Die Mittelwaldbewirtschaftung diente der Produktion von Brenn- und Bauholz zugleich. Das heißt, ein Teil der Bäume wurde jeweils schon bei geringen Stärken genutzt und in einem Turnus von etwa 25 Jahren auf den Stock gesetzt. Das schwache Holz wurde als Brennholz verwendet. Gleichzeitig wurden auf der Fläche einzelne Bäume belassen, sog. Kernwüchse oder Laßreitel. Nach 80 bis 120 Jahren wurden sie geerntet und zu Bauholz verarbeitet.



typischer Hochwald aus Buche
Diese Art der Waldbewirtschaftung hat heutzutage kaum noch Bedeutung. Holz als Brennstoff wurde mehr und mehr durch Öl und Gas ersetzt. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Förster den Wald in Retzstadt konsequent in Hochwald zu überführen. Ziel des Hochwaldes ist, starkes Holz zu produzieren. Brennholz fällt sozusagen nur als Nebenprodukt bei der Aufarbeitung der Wipfel an oder im Zuge der Pflege junger Bestände. Die ehemalige Mittelwaldbewirtschaftung ist im Retzstädter Wald allerdings heute noch zu erkennen (zahlreiche Stockausschläge, tiefer Kronenansatz).



Zusammensetzung des Waldes

junge Elsbeere

Die folgenden Ausführungen beziehen sich nur auf den Gemeindewald Retzstadts, sie geben aber in etwa auch die Verhältnisse des Privatwaldes wider.

Die Baumartenzusammensetzung weist eine deutliche Laubholzdominanz auf. Nahezu auf 80% der Fläche stocken Laubbäume. Unter anderem kommen in Retzstadt seltene Baumarten wie die Elsbeere und der Speierling noch relativ häufig vor. Eine Liste aller vorkommenden Baumarten finden sie hier .



Welchen unterschiedlichen Anteil die Baumarten an der Zusammensetzung des Gemeindewaldes haben, können dem Tortendiagramm entnommen werden:


Um wichtige Informationen z.B. über hiebsreife Massen oder anfallende Sorten zu erhalten, gliedert die Forstwirtschaft die Bäume in sogenannte Altersklassen. Dabei wird die Fläche aufaddiert, die alle Bäume in einer bestimmten Alterspanne einnehmen. Üblicherweise werden Altersklassen zu je 20 Jahre gewählt. Für Retzstadt ergibt sich aus den Inventurdaten, welche 1998 erhoben wurden, folgendes Bild:



Die Altersstruktur im Gemeindewald ist relativ ausgeglichen lediglich die VI. und VIII. Altersklasse fallen aus dem Rahmen. Mehr als die Häfte der Bestände sind älter als 80 Jahre. Die Eiche nimmt den größten Anteil an den höheren Altersklassen ein. Sie wird jedoch erst ab einem Alter von etwa 160 Jahren hiebsreif. Dagegen beherrscht die Buche die Altersklassen von 40 bis 100 Jahre.

Aus der Grafik ist auch ein Umdenken in der Verjüngungstätigkeit erkennbar. War es vor 20 bis 40 Jahren "Mode" Nadelholz anzupflanzen (siehe II. Altersklasse), so wird heute wieder vorwiegend Laubholz nachgezogen.

Das wichtigste Produkt des Waldes ist der Rohstoff Holz. Der Retzstädter Gemeindwald hat ein Gesamtvorrat von ca. 47.000 fm. Jährlich wachsen ca. 1230 fm hinzu. Das entspricht in etwa der Menge Holz, die für 23 Einfamilienhäuser in Holzbauweise benötigt werden.
Die Holzmasse im Gemeindewald veteilt sich ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Baumarten:


Buche und Eiche repräsentieren etwa ¾ der Holzmasse. Die Kiefer hat nur einen Anteil an der Masse von 5%, obwohl sie auf 12% der Fläche vertreten ist (siehe auch Zusammensetzung des Waldes), allerdings sind hier gewisse Vorräte an Kiefer, die auf sehr wuchsschwachen Standorten stocken und deshalb nicht regelmäßig bewirtschaftet werden, nicht mit in die Graphik einbezogen.

 

-Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 13. Juli 2011 17:03 © Reinhold Meurer - IMPRESSUM -

www.retzstadt.de