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Grundsatz:
Die Gemeinde Retzstadt hat sich mit
GR-Beschluss vom 22. Okt. 1998 den Zielen der Agenda 21 verpflichtet und
ihre Umsetzung auf kommunaler Ebene beschlossen.
Damit ist bei allen gemeindlichen
Entscheidungen das Prinzip der Nachhaltigkeit zu beachten, und zwar
gleichermaßen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht.
Die Entwicklung der Gemeinde Retzstadt
soll so verlaufen, dass die heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen für
die Bürger verbessert werden, ohne dass Nachteile oder Folgelasten für
die nächsten Generationen entstehen.
Die Gemeinde richtet sich insbesondere
bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen nach den
Zielen der Agenda 21.
Im Folgenden wird ein Leitbild für
die kommunale Agenda 21 formuliert, das zudem die bereits begonnene bzw.
konkret geplante Umsetzung der Ziele enthält.
Schwerpunkt Mensch
(soziale Komponente)
Ziele:
Stärkung der Dorfgemeinschaft, Verbesserung der Lebensqualität in
Bezug auf, Wohnen, Bildung, Freizeit, Erholung, Verkehr
Gemeinde, Kirche, Schule, Vereine und
Gruppen arbeiten zusammen an der Pflege und Stärkung der
Dorfgemeinschaft. Sie fördern das Engagement für Menschen in sozialen
Notlagen. Sie bieten Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten
für Bürger aller Altersstufen.
Die Ansiedlung eines Arztes und einer
Apotheke wird angestrebt. Für pflegebedürftige Bürger sollen durch
engagierte Mitbürger und Gruppen sowie durch spezielle Einrichtungen
(z.B. Pflegedienst, betreutes Wohnen o.ä.) die Betreuungsmöglichkeiten
im Ort erhalten und verbessert werden
Die Anbindung zur Bahn sowie an das
Nahverkehrsnetz soll optimiert und ausgebaut werden.
Schwerpunkt Natur (ökologische
Komponente)
Ziele:
Sicherung der natürliche Existenzgrundlagen,
Wasser - Boden - Luft , Energie, Artenschutz
Die Gemeinde setzt sich in ihrem
eigenen Verantwortungsbereich für die Erhaltung und Sicherung der natürlichen
Lebensgrundlagen ein. Sie sorgt insbesondere bei der Umsetzung des
Landschaftsplans auch für den Erhalt der notwendigen Lebensräume der
heimischen Pflanzen und Tiere. Sie sucht bei Überschneidungen von
Interessen einen Ausgleich, der die Ziele der Agenda 21 als Richtschnur
hat.
Sie schafft in ihren eigenen
Einrichtungen Vorbilder für ökologisch sinnvolle Lösungen.
Ein umweltbewusster Umgang mit Luft,
Boden, Wasser und Energie muss Ziel eines jeden Bürgers sein. Die
Gemeinde sorgt - zusammen mit den Vereinen und Gruppen - für
Beratungsangebote u.a. für ökologisch sinnvolles Bauen, für
Energieeinsparung, für die Nutzung regenerativer
Energiequellen, für naturschonende Bewirtschaftung von Äckern,
Weinbergen und Gärten, für den umweltbewussten Umgang mit Wasser. Sie
schafft insbesondere Anreize zum sparsamen Trinkwasserverbrauch, zur Rückhaltung
des Wassers und zur Regenwassernutzung. Langfristig soll die Gewinnung
von eigenem Trinkwasser wieder ermöglicht werden.
Schwerpunkt Wirtschaft / Technik (ökonomische
Komponente)
Ziele:
Verbesserung der Arbeits- und Erwerbsbedingungen in den Bereichen Technik - Gewerbe - Handel - Landwirtschaft - Weinbau
Handel, Handwerk, Landwirtschaft und
Dienstleistungsbetriebe sollen gute Bedingungen zur Sicherung ihrer
Existenz im Ort finden. Die Gemeinde Retzstadt sorgt weiterhin für die
notwendigen Voraussetzungen, um die Möglichkeiten der modernen
Kommunikationstechnik für alle nutzbar zu machen. Die durch das
Expo-Projekt „Teledorf Retzstadt“ begonnene Entwicklung
soll weitergeführt und erweitert werden. Durch Nutzung der
Breitbandtechnik
sollen Arbeitsplätze aus den
Ballungsräumen in die Wohnorte der Pendler verlegt werden. Darüber
hinaus fördert die Gemeinde die Schaffung neuer Arbeitsplätze
(Dienstleistungen,
Produktion nachwachsender Rohstoffe,
Telearbeit), die dem Prinzip
der Nachhaltigkeit in sozialer, ökologischer und ökonomischer Sicht
entsprechen.
Retzstadt, im Februar 2001 |